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75 Jahre Hiroshima

In Erinnerung an die unzähligen Toten in Hiroshima und Nagasaki

Die Hiroshima-Gruppe Wien und weitere Initiativen organisieren am 75. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima, Donnerstag, 6. August 2020, 17:00 Uhr am Wiener Stephansplatz eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Atombombenabwürfe 1945 und die weiteren Opfer militärischer und ziviler Anwendung der Atomtechnologie sowie für die totale Abschaffung aller Atomwaffen.

„Ihre Gesichter waren komplett verbrannt, ihre Augenhöhlen leer, die Flüssigkeit aus ihren geschmolzenen Augen war über ihre Wangen geronnen.“ Pater Wilhelm Kleinsorge über seine Begegnung mit einer Gruppe von Soldaten, die ihm in den Trümmern von Hiroshima begegneten.

Foto des Atombombenabwurfes auf Hiroshima Zuvor wirft am 6. August 1945 um 8:15 Uhr Ortszeit der B-29-Bomber „Enola Gay“ – benannt nach der Mutter des Piloten Oberst Paul W. Tibbets – über dem Stadtkern von Hiroshima „Little Boy“ ab. Die Atombombe setzt die Zerstörungskraft von 15.000 Tonnen TNT frei. Es entsteht ein Feuerball mit einer Innentemperatur von über einer Million Grad Celsius. Noch in über zehn Kilometern Entfernung gehen Bäume in Flammen auf und die radioaktive Strahlung legt sich über die Stadt und ihre Umgebung.

Der Oberst wird sich Jahrzehnte später im Interview mit dem National Public Radio über den Abwurf der Bombe auf Hiroshima erinnern: „Ich sah den Himmel vor mir in allen Farben erstrahlen. (…) Und dort, wo wir auf dem Hinflug die Stadt gesehen hatten, sah ich nun nichts als brennenden Schutt, Feuer und Rauch.“ 1

50 Jahre nach dem Einsatz meint der Navigator der B-29, Theodore van Kirk: Hiroshima habe nach dem Abwurf der Bombe „wie ein Topf voll heißen, kochenden Teers“ ausgesehen.

Zwei Tage nach dem Fall der Bombe auf Hiroshima, am 9. August 1945, stürzt die Plutoniumbombe „Fat Man“ mit einer Sprengkraft von 22.000 Tonnen auf Nagasaki.

Beide Bomben bedeuteten für weit über 200 000 Menschen den Tod. Die Opfer in Hiroshima und Nagasaki sind vor allem ZivilistInnen und koreanische ZwangsarbeiterInnen.

Am 15. August 1945 um 16:00 Uhr hält Tennō Hirohito eine in ganz Japan ausgestrahlte Radioansprache, in der er die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs vor den Alliierten bekannt gibt.

Für eine starke Friedensbewegung

Die Weltuntergangsuhr steht 2020 auf 100 Sekunden vor 12! Diese Initiative von renommierten WissenschaftlerInnen warnt: „Wir sind so kurz vor Mitternacht und dem Weltuntergang so nah wie noch nie zuvor. Die Ursachen für diese für die gesamte Menschheit bedrohliche Situation sind Atomwaffen und Klimawandel.“

Es ist ein Gebot der Stunde, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen und sich nicht gemeinzumachen mit der oftmals einseitigen und undifferenzierten Berichterstattung der (Qualitäts-)Medien.

Literatur zum Thema Atomkrieg

Die folgenden Bücher stehen beispielhaft für die literarische bzw. philosophische Reflexion von Krieg und den Auswirkungen der Atombombe. Sie können über den „Wiener Bücherschmaus“ bezogen werden.

Karl Bruckner: Sadako will leben. G&G Verlag, 1. Neuauflage 2005. „Sadako Sasaki erlebt als Vierjährige den Atombombenabwurf über Hiroshima. Sie wird verschüttet. Ihr Bruder Shigeo kann sie befreien und beiden geschieht nichts. 10 Jahre später: Sadako, eine begeisterte Radfahrerin, wird bei einem Rennen von einer plötzlichen Schwäche befallen und es stellt sich heraus, dass sie an der Strahlenkrankheit leidet. Wie eine alte japanische Sage erzählt, wird man gesund, wenn man 1000 Kraniche aus Papier faltet. Sadako klammert sich an die Sage und an das Leben, selbst als die Ärzte sie aufgegeben haben. Unbeirrt arbeitet sie an den Kranichen, doch beim 990 versagen ihre Kräfte …“

Günther AndersIn die „Die Antiquiertheit des Menschen“ setzt sich der Philosoph und Schriftsteller Günther Anders mit dem vom Menschen gemachten technischen Fortschritt und seinen Auswirkungen auf Psyche und Gesellschaft auseinander. Er sieht den Menschen vom Fortschritt überfordert und darum als „antiquiert“. Die Welt wird durch Fernsehen und Rundfunk verfälscht wahrgenommen. Produkte stillen nicht Bedürfnisse, sondern wecken diese erst. Mit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zeigt der Mensch nahezu göttliche Macht und im Zeitalter der Technik wird alles, was machbar ist, auch gemacht.

Kurt Vonnegut schreibt in seinem Buch „Schlachthof 5″ über die Zerstörung von Dresden im Zweiten Weltkrieg, die er als amerikanischer Kriegsgefangener miterlebte. Vor allem schreibt er über die Zerstörung eines Menschen, der überlebte und darüber berichtet. „Das Buch ist voll von Anekdoten und Geschichten, die von der Absurdität des Daseins berichten und von der Grausamkeit, die Menschen einander fortgesetzt zufügen … Es ist ein Buch gegen die Unmenschlichkeit …“ Hans Sahl in „Die Welt der Literatur“.

An die Hölle Verraten: „Michael Herrs Kriegsbericht über Vietnam ist nicht nüchtern, ausgewogen, abgerundet. Er ist verzerrt: von den Verhältnissen, unter denen er schreibt, im Hubschrauber, im Schützengraben, im Bunker. Er meidet die Pressekonferenzen, auf denen die Generäle ihre Siege feierten, die in der Nacht zur Niederlage wurden. Herr macht sich gemein mit den Soldaten, die irgendwo aus dem Mittelwesten … zwangsverpflichtet wurden, im Dschungel Indochinas einen Gegner zu vernichten, dessen politische Ziele sie nicht einmal kannten.“ Hessischer Rundfunk. Ein Buch über die Realität des Krieges im 20. Jahrhundert, nicht nur in Vietnam.

1 Die Presse: 70 Jahre Hiroshima: „Ihre Gesichter verbrannt, ihre Augen leer.“

Gemeinfreies Foto des Atompilzes von „Little Boy“ über Hiroshima (6. August 1945) von George R. Caron – Diese Datei ist im Bestand der National Archives and Records Administration verfügbar, katalogisiert unter dem National Archives Identifier (NAID) 542192.

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„Coole Straßen“ und der Wiener Bücherschmaus

Das Projekt „Coole Straßen“ umfasst 22 Orte in Wien. Neben 4 dauerhaft umgestalteten „Coole Straßen“ sorgen weitere 18 Bereiche bis 20. September 2020 für Abkühlung.
In Wien Mariahilf befindet sich die temporäre „Coole Straßen“ am Hitze-Hotspot Christian-Broda-Platz, dem ehemaligen Mariahilfer-Platzl.

Coole Straßen am Christian Broda Platz mit vielen Büchern vom Wiener Bücherschmaus

Viele kostenlose Bücher am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf

Was steckt hinter dem Projekt „Coole Straßen“?

„Coole Straßen“ ist ein Projekt der Gemeinde Wien und der Mobilitätsagentur. Eine Einladung an alle Menschen, insbesondere aus der jeweiligen NachbarInnenschaft, zum Spielen, Entspannen, Abkühlen und miteinander Plaudern. Sozusagen ein Wohnzimmer im Freien. In Mariahilf wird das Projekt „Coole Straßen“ von Julian, Lilian und Tolgonay von der Mobilitätsagentur betreut.

Die Standorte der „Coole Straßen“ wurden auf Basis der Wiener Hitzekarte in Abstimmung mit den Bezirken ausgewählt. Die Wiener Hitzekarte zeigt, an welchen Orten in Wien Abkühlung am dringendsten nötigt ist. Darüber hinaus gibt die Karte auch Angaben über die Bevölkerungsstruktur und zeigt so, wo viele Kinder und ältere Personen leben, die besonders an den Folgen hoher Temperaturen leiden. Quelle: wien.gv.at

Damit man gerne verweilt, gibt es am Christian-Broda-Platz Liegestühle, einen Sprühnebel und viele Möglichkeiten zum Spielen und Basteln. Anfang August wird das Angebot durch die Anbringung von Sonnensegeln komplementiert.

Sommer und "coole Straßen"

„Coole Straßen“ und kostenlose Bücher

Im Rahmen der „Coole Straßen“ in Mariahilf wird eine Bücherbox mit Literatur zur freien Entnahme angeboten. Die Bücher für kleine und große Menschen werden vom „Wiener Bücherschmaus“ zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wird zu unserer Freude von vielen BesucherInnen und PassantInnen angenommen.

Infos zu noch mehr kostenlosen Büchern in Mariahilf gibt es hier: Verschenkbuchregale

Öffnungszeiten und Angebote von „Coole Straßen“

Geöffnet hat das Projekt „Coole Straßen“ in Mariahilf von Montag bis Freitag von 14:00 – 19:00 Uhr und am Samstag von 10:00 – 13:00 Uhr.

  • Montag: Riesenseifenblasen in den Himmel steigen lassen.
  • Mittwoch: Viele neue Bücher vom Wiener Bücherschmaus
  • Freitag: Basteln, Malen und Zeichnen

Das betreuende Team von „Coole Straßen“ freut sich über zahlreichen Besuch und Ihre / Deine Ideen und Anregungen. Die dazu erforderlichen Materialien werden, so sie den finanziellen Rahmen nicht sprengen, vom Team besorgt.

Neugestaltung des Christian-Broda-Platzes

Voraussichtlich 2021 wird der Platz neu gestaltet. Die Betreuung durch „Coole Straßen“ ermöglicht ohne zusätzliche Personalkosten eine Befragung. Alle NutzerInnen bzw. AnrainerInnen sind eingeladen, ihre Ideen und Wünsche für die Neugestaltung des Platzes bekannt zu geben. Zu diesem Zweck liegt ein Fragebogen auf.

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Bücherschmaus Hauspostille Juni 2020

Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe LesetigerInnen, FreundInnen und Bekannte des „Wiener Bücherschmaus“!

Wir freuen uns, Sie nach dem Abklingen der Pandemie – hoffentlich gesund und munter – wieder mit unserem Newsletter informieren zu können.

Als Reaktion auf die Löschung unserer Facebook-Seite, freuen wir uns besonders über zahlreiche neue Newsletter-AbonnentInnen. Ihnen allen ein herzliches Willkommen!
Wen die näheren Umstände der Löschung des Accounts durch Facebook interessieren, kann dies hier nachlesen.

Um auch in Zukunft möglichst vielen Menschen Literatur und damit Lesefreude schenken zu können, helfen uns in den aktuell schwierigen Zeiten neben Buchspenden vor allem finanzielle Unterstützungen.
Konto des Wiener Bücherschmaus – Verein für Leseförderung und Buchkultur
Bawag – IBAN: AT11 1400 0022 1085 9759 – BIC: BAWAATWW

Unsere aktuellen Angebote auf dem Wege zur fast gänzlich hergestellten Normalität:

1. BÜCHERVERSCHENKREGALE
2. KULTUR-TRIPTYCHON LIMUSA
3. EIN BLICK IN DIE (GAR NICHT SO FERNE) ZUKUNFT

1. BÜCHERVERSCHENKREGALE
Am Höhepunkt der Coronakrise war von den fünf Bücherverschenkregalen des „Wiener Bücherschmaus“ nur eines zugänglich. Damit die Grundversorgung mit guter und kostenloser Literatur in Mariahilf trotzdem weiter funktioniert, haben wir die Büchertasche am Oskar-Werner Platz und zusätzlich eine Kiste vor dem Hauseingang Garbergasse 18 regelmäßig mit Literatur bestückt. Zahlreiche Menschen konnten dadurch auf eine Auswahl von insgesamt ca. 500 Bücher zugreifen und sich so die Zeit der Isolation angenehmer gestalten.

2. KULTUR-TRIPTYCHON: LIMUSA (LIteraturMUsikSAtire)
Mi BarrioIm ersten Teil des Abends zieht der „Wiener Bücherschmaus“ den Hut vor dem schweißtreibenden Alltag mit Kind und Kegel, verneigt sich vor Reinigungskräften und Heimhilfen und würdigt die oft unsichtbaren SystemerhalterInnen. Statt Applaus gibt‘s humorvolle, von Gemshorn und Harfe begleitete Texte: mit Alice Wang, Irmi Schentz, Barbara Haider und Georg Schober.

Den zweiten Teil der Veranstaltung gestalten Regina Adler und Andre Blau mit ihrer Satire Lounge SGT (es geht eh): Erleben Sie dieses Mal: Clara Wollebner (Chefmoderatorin), Bertel Nadolny (Chefmoderator) und als Gäste eine Langlebigkeitsforscherin, den Betreiber einer speziellen Ess-Bar, einen engagierten Grillmeister, eine Konfliktpädagogin, Herrn und Frau Österreicher im Urlaubstaumel und, und, und …

Ort: Mi Barrio, Münzwardeingasse 2, 1060 Wien
Datum: Mi., 24. Juni 2020
Uhrzeit: 18 Uhr

Plätze bitte unbedingt im Mi Barrio reservieren!! +43 69910002789 oder contact@mibarrio.at

3. EIN BLICK IN DIE (GAR NICHT SO FERNE) ZUKUNFT

Ein Koffer voller BücherI. BÜCHER AUF RÄDERN
Sie sind Lesepatin, Vater, Mutter, Oma, Opa oder … und möchten helfen, die Lesefreude bei Kindern und Jugendlichen zu wecken. Machen Sie Lehrkräfte und BetreuerInnen mit unseren Workshops und der Initiative „Bücher auf Rädern“ bekannt: ein kostenloser, individuell mit Büchern befüllten Trolley. Er kann von den Kindern abwechselnd mit nach Hause genommen werden oder in der Leseecke der Klasse verbleiben. Selbstverständlich können sich LehrerInnen, KindergärtnerInnen und Menschen aus der Jugendbetreuung auch ohne Vermittlung Dritter an uns wenden. ;-)
Gerne helfen wir auch kleinen Büchereien bei der ebenfalls kostenlosen Ergänzung ihres Bestandes an Kinder- und Jugendbüchern.

Ab Mitte Juni können Sie uns Ihren Wunsch nach einem Bücherkoffer für das nächste Schuljahr bzw. für den Herbst mitteilen.
Tel.: 0677 612 659 11 oder Mail: info@buecherschmaus.wien

II. WORKSHOP
Wohin geht das Leben? Abschied / Trauer im Bilderbuch

Der Verlust eines geliebten Wesens, der Abschied von einem Ort, von einer Situation verschlägt uns oft buchstäblich die Sprache. Bilderbücher können kleine und große Menschen ein Stückchen weit durch diese schwere Zeit begleiten. Anhand einer Auswahl von Bilderbüchern widmen wir uns den Fragen „Wie kann ich als Trauernde/r Kraft aus Geschichten schöpfen?“ und „Wie kann ich trauernde kleine/große Menschen mithilfe von Bilderbüchern unterstützen?“ Theoretische Inputs und kleine praktische Übungen laden dazu ein, diesen Bilderbuchweg kennenzulernen.

Zielgruppe: Alle am Thema Interessierten
Referentin: Maga. Petra Öllinger vom „Wiener Bücherschmaus“
Ort: Bildungszentrum Floridsdorf, Zaunscherbgasse 4, 1210 Wien
Datum: Donnerstag, 22. Oktober 2020
Uhrzeit: 18:00-21:00
Kosten: ca. Euro 20,00 bis 25,00
Anmeldung: Tel.: 01/51552-5108; Mail: bildungszentrum@bildungswerk.at

Danke für Ihr Interesse, bleiben Sie uns weiterhin gewogen – herzliche Grüße,

Georg Schober für den „Wiener Bücherschmaus“

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KULTUR-TRIPTYCHON: LIMUSA

LIteraturMUsikSAtire

Plakat der Veranstaltung LiMuSaWir freuen uns sehr, euch nach der langen coronabedingten Pause wieder live von Angesicht zu Angesicht begrüßen zu dürfen. Diesmal im Rahmen einer Doppelveranstaltung gemeinsam mit der „Satire Lounge SGT“ und dem bewehrten ChefmodaratorInnen Clara Wollebner und Bertl Nadolny.

Im ersten Teil des Abends zieht der „Wiener Bücherschmaus“ den Hut vor dem schweißtreibenden Alltag mit Kind und Kegel, verneigt sich vor Reinigungskräften und Heimhilfen und würdigt die oft unsichtbaren SystemerhalterInnen. Statt Applaus gibt‘s humorvolle, von Gemshorn und Harfe begleitete Texte: mit Alice Wang, Irmi Schentz, Barbara Haider und Georg Schober.

Mi Barrio Den zweiten Teil der Veranstaltung gestalten Regina Adler und Andre Blau mit ihrer Satire Lounge SGT (es geht eh): Erleben Sie dieses Mal: Clara Wollebner (Chefmoderatorin), Bertel Nadolny (zweiter Chefmoderator) und als Gäste eine Langlebigkeitsforscherin, den Betreiber einer speziellen Ess-Bar, einen engagierten Grillmeister, eine Konfliktpädagogin, Herrn und Frau Österreicher im Urlaubstaumel und, und, und …

Wo: Mi Barrio, Münzwardeingasse 2, 1060 Wien
Wann: Mi., 24. Juni 2020, 18 Uhr

Wir freuen uns auf euer Kommen! Tische bitte reservieren: +43 69910002789 oder contact@mibarrio.at

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Facebook sperrt den Account des Wiener Bücherschmaus

Der Account des Wiener Bücherschmaus – Verein für Leseförderung und Buchkultur wird auf Facebook nicht mehr angezeigt.

facebookWarum? Der Bücherschmaus hat auf Facebook im Gedenken an die „Bücherverbrennungen 1933″ einen Beitrag veröffentlicht. Dieser wurde mit einem die Ereignisse dokumentierenden Foto aus den Beständen des Bundesarchives ergänzt. Es handelt sich dabei um einen Artikel, der von der Google-Suche ob seiner Relevanz unter über 140 000 Ergebnissen auf der ersten Seite gelistet wird. Nachlesen kann man diesen nach wie vor im Blog des Bücherschmaus.

Wie von Facebook angeboten, haben wir eine Überprüfung der Entscheidung beantragt. Dies führte in der Folge dazu, dass zusätzlich der Zugang der beiden AdministratorInnen zu ihren privaten Seiten vorübergehend gesperrt wurde.
Dank der Vorgehensweise von Facebook hat der Bücherschmaus nicht nur den Kontakt zu über 1.200 FreundInnen verloren, sondern wurde auch hunderter Beiträge der letzten fünf Jahre auf „kaltem Wege“ enteignet.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorgen. In einer automatischen Antwort schreibt Facebook: „… möchten wir dich dazu ermutigen, dich darüber zu informieren, welche Art von Inhalten du auf Facebook teilen kannst.“

Nun haben wir es also schriftlich: Antifaschistische Inhalte und zeitgeschichtliche Fotodokumente werden vom Facebook-Algorithmus nicht erkannt. Die Kommunikation vonseiten des Konzerns mit den NutzerInnen, soweit überhaupt vorhanden, kommt einer Verhöhnung gleich. Wenn wir auch bei Weitem nicht die ersten Betroffenen sind und uns daher die Vorgehensweise von Facebook nicht sonderlich überrascht, empfinden wir diese in Zusammenhang mit dem inkriminierten Beitrag allerdings als besonders perfide.

Zum Glück war Facebook für uns nie mehr als ein ERGÄNZENDES Angebot zu unserer Homepage. Dort kann der Blog abonniert oder ein Newsletter angefordert werden. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Leseförderinitiative unterstützen und von dem (Newsletter-)Abo Gebrauch machen.

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Bücherverbrennung 1933

Die „Aktion wider den undeutschen Geist“, deren Höhepunkt die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 darstellt, wird von der „Deutschen Studentenschaft“ (DSt) unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) organisiert. Dabei wird sie von vielen Professoren unterstützt. So wird Professor Dr. phil. et jur. Eugen Lüthgen in Bonn im Angesicht des Feuers Folgendes äußern:

„Wie die Flammen emporlodern, um Gift, um Schmutz und Schund zu zerfressen, so sollen diese Flammen der Läuterung uns Sinnbild sein, alles Undeutsche bis in die Wurzeln hinein zu vernichten …“

Aus: Dieter Sauberzweig: Die Hochschulen im dritten Reich. Die Zeit, vom 10. 03 .1961 Nr. 11.

„Undeutsch“, das sind beispielsweise die Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890 – 1935), Bert Brecht (1898 – 1956), Stefan Zweig (1881 – 1942), Joachim Ringelnatz (1883 – 1934), Joseph Roth (1894 – 1939) oder Magnus Hirschfeld (1868 – 1935), der Gründer des weltweit ersten Instituts für Sexualwissenschaft.

Den studentischen Aktionen teilweise vorauseilend, werden einige Bücherverbrennungen bereits nach der Reichstagswahl Anfang März 1933 von SA und SS bzw. Hitler-Jugend (HJ) und dem Bund Deutscher Mädel (BDM) organisiert. Nachahmungen der Bücherverbrennung finden im Deutschen Reich bis in den Oktober des Jahres 1933 statt.

12 Thesen, Schandpfähle und Scheiterhaufen

Die Veröffentlichung des Plakats „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ vom 12. April steht am Beginn der folgenden Entwicklung.

Am 19. April werden die StudentInnen von der „Deutschen Studenschaft“ aufgerufen, Hochschullehrer zu nennen, die nach dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ vom 7. April 1933 aus ihren Ämtern ausscheiden müssen. Das Gesetz ermöglicht, jüdische und politisch missliebige BeamtInnen, aus dem Dienst zu entfernen. Die deutschen Hochschulen verlieren durch dieses Gesetz Tausende Personen aus ihrem Lehrkörper.

Ebenfalls im Vorfeld der Bücherverbrennung kommt es an einigen Universitäten zur Aufstellung von „Schandpfählen“. An ihnen werden die Namen angefeindeter Professoren und einzelne literarische Schriften angeschlagen.

Den Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ bildet die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 weiteren deutschen Universitätsstädten. Einige Bücherverbrennungen müssen aufgrund starken Regens in den Tagen und Wochen nach dem 10. Mai nachgeholt werden.

Über die Bücherverbrennung 1938 in Salzburg können Sie sich in dem vor 2 Jahren veröffentlichten Beitrag „80 Jahre Bücherverbrennung in Salzburg“ informieren.

Stellvertretend für jene Frauen und Literatinnen, die Verfolgung und Emigration nicht überlebt haben oder einfach vergessen wurden, werden im Beitrag VERB(R)ANNT – BÜCHERVERBRENNUNG UND EXIL die drei Autorinnen Maria Leitner, Lili Grün und Grete Weiskopf gewürdigt.

Bundesarchiv Bild 102-14597, Berlin, Opernplatz, Bücherverbrennung

Dort steht ja Kästner!

Erich Kästner ist Zeuge, wie seine Bücher in Berlin in Flammen aufgehen und hört seinen Namen im zweiten Feuerspruch: „Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.“

Im Vorwort zu „Bei Durchsicht meiner Bücher“ schreibt er später: „Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig, der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. […] Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: ‚Dort steht ja Kästner!‘ Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer.“ Weiterlesen

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Geschichte des 1. Mai

Vom Haymarket zum 1. Mai

Haymarket MartyrsDie Vorgeschichte des 1. Mai: Chicago, 4. Mai 1886. Ein Unbekannter wirft am Haymarket eine Bombe. 18 Menschen sterben, darunter sieben Polizisten.

Die „Schuldigen“ werden rasch ermittelt, sind doch einige der Organisatoren der Demonstration Anarchisten: Acht Männer werden vor Gericht gestellt. Die Anklage behauptet, der Attentäter hätte auf der Grundlage ihrer Ideen gehandelt. Vier von ihnen, Albert Parsons, August Spies, George Engel und Adolph Fischer werden gehängt. Einer, Louis Lingg begeht in seiner Zelle Selbstmord. Ein weiterer, Oscar Neebe wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Todesurteile gegen Michael Schwab und Samuel Fielden werden in lebenslange Haft umgewandelt.

Die Urteile führen rund um den Globus zu Protesten. Diese werden unter anderem von George Bernard Shaw und William Morris unterstützt. 1893 kommen die drei Überlebenden durch einen Gnadenerlass des Gouverneurs von Illinois frei.

Unter anderem gehen dem Geschehen am 4. Mai 1886 folgende zwei Ereignisse voraus:
Ein Aufruf der Federation of Organized Trades and Labor Unions zum landesweiten Generalstreik am 1. Mai. Der Tag ist ein sogenannter „Moving Day“. Ein traditioneller Stichtag, um den Arbeitsplatz zu wechseln bzw. für die Änderung von Arbeitsverträgen. Der Acht-Stunden-Tag soll in die neuen Verträge aufgenommen werden. Dafür treten rund 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben der USA in den Streik. Letztlich kann die Streikbewegung ihr Ziel nur für 20.000 ArbeiterInnen durchsetzen.

Am 3. Mai werden in Chicago zwei Demonstranten von der Polizei getötet. Bei den am Tag darauf stattfindenden Protesten kommt es zu dem Bombenanschlag – er geht in die Geschichte als „Haymarket Affair“ ein.

Die Zweite Internationale und der 1. Mai

1. Mai 1898 Festschrift Paris, 14. Juli 1889: Der Gründungskongress der „Zweiten Internationale“ findet am 100. Jahrestag der Französischen Revolution statt. An dem von Friedrich Engels angeregten Kongress nehmen etwa 400 Delegierte aus 20 Staaten teil.
Zum Gedenken an die Opfer der Haymarket Affair ruft der Kongress den 1. Mai 1890 zum „Kampftag der Arbeiterbewegung“ aus. Seine zentrale Forderung ist die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden.

1891 beschließt der Kongress der „Zweiten Internationale“ in Brüssel, den 1. Mai in Zukunft jedes Jahr zu feiern und als Tribüne für die Durchsetzung der Forderungen der ArbeiterInnenbewegung zu nutzen.
Die Nordamerikanische Gewerkschaftsbewegung will sich auch terminlich von den Ereignissen am Haymarket distanzieren und veranstaltet ab 1894 jeweils am ersten Montag im September den „Labor Day“.

Der 1. Mai in Wien / Österreich

Wien, 1. Mai 1890. Die „Neue Freie Presse“ zittert gemeinsam mit Wiens Bourgeoisie: „Die Soldaten stehen in Bereitschaft, die Tore der Häuser werden geschlossen, in den Wohnungen wird Proviant vorbereitet wie vor einer Belagerung, die Geschäfte sind verödet. Frauen und Kinder wagen sich nicht mehr auf die Gasse …“

Die „ProletInnen“ gehen auf die Straße. Am Vormittag gibt es in Wien zirka sechzig Versammlungen. Gefordert wird der Acht-Stunden-Arbeitstag. Am Nachmittag ziehen zirka 100.000 ArbeiterInnen in den Prater. Es ist die bisher größte Kundgebung in Wien. Kaiserhof, Adel und Großbürgertum lassen ihre traditionelle „Praterausfahrt“ am 1. Mai ausfallen.

Nur die Demonstration in London übertrifft mit 300.000 TeilnehmerInnen den Maiaufmarsch im Prater. Friedrich Engels schreibt rückblickend:
„Feind und Freund sind einig darüber, daß auf dem ganzen Festland Österreich, und in Österreich Wien, den Festtag des Proletariats am glänzendsten und würdigsten begangen und die österreichische, voran die Wiener Arbeiterschaft sich damit eine ganz andere Stellung in der Bewegung erobert hat.“ Der 1. Mai in London, Marx/Engels-Werke, Bd. 22, Arbeiterzeitung vom 23. Mai 1890.

Gefordert wird bei den ersten Maikundgebungen neben dem Acht-Stunden-Arbeitstag vor allem die Einführung des allgemeinen Wahlrechts sowie Pensions- und Invaliditäts-, Witwen- und Waisenversorgung.

1. Mai 1911 In den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg steht die Forderung für den Erhalt des Friedens und für internationale Solidarität im Mittelpunkt der Demonstrationen. Der Weltkrieg und die nun betont nationale Haltung großer Teile der ArbeiterInnenbewegung in den ersten Kriegsjahren unterbricht die Tradition der Maifeiern.

1919: In der Ersten Republik wird der 1. Mai zum Staatsfeiertag erklärt.
1933: Die Regierung Dollfuß verbietet den 1. Mai in seiner bisherigen Form.
1934: Der Austrofaschismus macht den 1. Mai zum „Tag der Verfassung“.
1938: In der Zeit von 1938 bis 1945 wird der 1. Mai zum „Tag der deutschen Arbeit“.
1945: Im Westen Österreichs wird noch gekämpft – in den Bezirken Wiens wird der 1. Mai bereits wieder gefeiert.
1946: Erstmals nach vierzehnjähriger Unterbrechung zieht der Maiaufmarsch wieder über den Wiener Ring.

Der 1. Mai von 1945 bis heute

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war man bemüht, die Lehren aus Faschismus und Krieg zu ziehen. So wurden in der Erklärung der Menschenrechte 1948 neben politischen auch soziale Rechte festgeschrieben.

Im Artikel 22 heißt es: „Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.“

Und im Artikel 23: „Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit. (…) Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“

Um Frieden, Menschenrechte und Völkerfreundschaft zu verwirklichen, ist es heute mehr denn je notwendig, die Macht der Großkonzerne zu beschränken. Deren Gier nach billigen Arbeitskräften, neuen Rohstoffen und Absatzmärkten klare Grenzen zu setzen.

Lohndumping, Arbeitslosigkeit und die Präkarisierung und Endsolidarisierung immer größerer Teile der Bevölkerung führen uns auch 2020 die Bedeutung des 1. Mai vor Augen: gemeinsam für eine gerechte und solidarische Welt!

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Josef Eisinger – Flucht und Zuflucht

Josef Eisinger Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) hat sein virtuelles Angebot erweitert. Zusätzlich werden 1000 Exemplare von „Flucht und Zuflucht“, der neuen Autobiografie des 96-jährigen Wiener Wissenschaftlers Josef Eisinger verschenkt.

Ein berührendes, von einer positiven getragenen Grundhaltung geprägtes Buch. An dessen Beginn steht das Leben der jüdischen Mittelschicht im Wien der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt.
Nach dem „Anschluss“ entkommt Josef Eisinger mit einem Kindertransport nach England. Er ist 15 Jahre alt, arbeitet als Tellerwäscher und Farmarbeiter. Später wird er nach Kanada verschifft, verdingt sich dort als Waldarbeiter, wird interniert und arbeitet als Goldgräber.
Seine Eltern trifft er erst Jahre später in Israel. Er wird Wissenschaftler und lebt heute in New York.

Die Autobiografie von Josef Eisinger kann auf der Site des DÖW auch als pdf heruntergeladen werden. Viele weitere Infos, wie die „Ausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus“ oder die „Schau zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen“ sind auf der Site des DÖW ebenfalls online abrufbar.

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Zustellung von Büchern

Zustellung von Büchern Damit Sie und Ihre Familie auch in der Zeit des Coronavirus mit Literatur gut versorgt sind, bietet Ihnen der Wiener Bücherschmaus einen Onlineshop und in Teilen Wiens die Zustellung bis vor die Haustüre. Alle anderen erhalten Ihre Bestellung mit der Post.
Zusätzlich haben wir für Sie an drei Orten in Wien-Mariahilf für einen kostenlosen literarischen Imbiss vorgesorgt.

1. Zustellung von Büchern:

Wir bringen Ihnen die bestellte Literatur im 6. und Teilen des 5., 7. und 15. Wiener Gemeindebezirkes vor die Wohnungstüre.
In unserem Onlineshop finden Sie eine große Auswahl an Secondhandbüchern. Diese können Sie direkt im Katalog bestellen. Für alle anderen über den Buchhandel lieferbaren Bücher senden Sie uns einfach eine Mail. Die Zustellung erfolgt in Absprache mit Ihnen, vorerst jeden Samstag.

Als kleinen Aufheller legen wir jeder Zustellung eine kostenlose DVD aus den Bereichen Arthouse, Klassiker, Kabarett oder Kinder- & Jugendfilm bei.

2. Verschenkbücher

Sie sind eingeladen, sich an guter Literatur kostenlos zu bedienen: Diese erhalten Sie in Wien-Mariahilf vor dem Haus Garbergasse 18, im Amtshaus Mariahilf, Amerlingstr. 11 und in der Büchertasche Ecke Millergasse/Garbergasse.

Bei Fragen zum Thema Literatur bzw. deren Zustellung erreichen uns via Mail oder telefonisch unter der Nr. 0677/612-559-22

Wir freuen uns auf weitere virtuelle Besuche und wünschen Ihnen Zuversicht und vor allem Gesundheit.

Ihr Team vom „Wiener Bücherschmaus“

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DVDs aus zweiter Hand versus Streaming

DVDsEin winziges Wesen hält derzeit die Welt in Schach. Für den Menschen unsichtbar, besteht es aus Nukleinsäure mit nichts weiter als der Information, sich auszubreiten und innerhalb einer Wirtszelle zu reproduzieren. Dennoch, das neue Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren hat es in sich. Mangels wirksamer Abwehrmöglichkeiten muss sich ein Großteil der Menschheit eines bislang ungewohnten
Lebensstils befleißigen. Kontakt zu anderen menschlichen Wesen soll tunlichst unterbleiben, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Viele verbringen ihre Zeit also zuhause und wissen noch nicht so recht, was sie mit der ungewohnten Freiheit anfangen sollen. Die Lektüre womöglich schon lange bereitliegender Bücher bietet sich an, sofern das nötige Maß an Ruhe vorhanden ist. Neuer Lesestoff lässt sich online lukrieren, und sogar Bibliotheken öffnen ihre virtuellen Tore für E-Books.

Weitaus beliebter ist allerdings der Genuss bewegter Bilder. Die Filmgeschichte hält eine breite Palette an Sehenswertem parat, von Arthouse bis Romanze, von Doku bis Serie.

DVDs aber auch CDs und Secondhandbücher der Umwelt und der eigenen Geldbörse zuliebe.

DVDs bieten sich als Datenträger an, zumal sie in riesiger Stückzahl vorhanden und gebraucht für wenig Geld zu haben sind. Bei einigermaßen rücksichtsvoller Behandlung sind DVDs erstaunlich langlebig und können ohne Weiteres mehrere Besitzerwechsel verkraften. Vielfach beinhaltet eine DVD Bonusmaterial zum Film oder eine aufwendige Hüllengestaltung mit Begleitinformationen.

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Auch der ökologische Aspekt kommt bei den DVDs nicht zu kurz. Während Videostreaming via Internet auf den ersten Blick eine unglaubliche Angebotsfülle bietet und ausgesprochen bequem erscheint, liegt die Tücke im Detail. Gerade dieser Tage wird bewusst, dass die Bandbreite der Datenübertragung begrenzt ist, denn ein großer Teil der Kapazität wird von Homeworking, Online-Unterricht und Videokonferenzen belegt.
Viele kommerzielle Streaminganbieter sind daher dazu übergegangen, die Übertragungsrate zu begrenzen. Für die Kunden äußert sich dies zumeist in Bildaussetzern und geringer Auflösung.

Nicht zu vergessen der gewaltige Energieverbrauch der Rechenzentren bei den großen Streaminganbietern. Laut der unabhängigen Forschungsplattform Shift Project (https://theshiftproject.org) belief sich der CO2-Ausstoß bei Videostreaming schon im Jahre 2018 auf unglaubliche 300 Millionen Tonnen, und damit in etwa so viel wie ganz Spanien. Tendenz steigend. Eine gebrauchte DVD hingegen benötigt
keinerlei Energie mehr für die Herstellung und begnügt sich je nach Abspiel- und Ausgabegerät mit ein paar Watt Wiedergabeleistung. Filmgenuss via DVDs ist also mehr als zeitgemäß.

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