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Literatur am Montag – Der Rest der Zeit

Bernadette Németh, präsentiert im Rahmen von „Literatur am Montag“ ihren 2017 im Verlag Wortreich erschienen Roman „Der Rest der Zeit“.

Wann: Montag, 25. September 2017
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Wo: Buchhandlung Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – Wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung:
Tel.: 0677/612 659 11
E-Mail: Wiener Bücherschmaus

Biblio.at schreibt über den Roman: „… ein gelungenes Debüt, sprachlich nuanciert, mit einem spannenden Plot und einer Skizzierung der Protagonisten, die auf die Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe der Autorin schließen lässt.“

„Als die Ärztin Tünde plötzlich selbst zur Patientin wird, beginnt sie über die Sinnhaftigkeit ihres Lebensweges nachzudenken. Ihre Geschwister Adam und Melinda eilen, ihr beizustehen, aber auch sie stehen vor Trümmern. Das Zurück gibt es nicht. Aber es gibt die Suche nach Verständnis, nach der Aufschlüsselung jener Kräfte, in deren Spannungsfeld die freie Entscheidung zum Diktat der Erwartungen verkommen ist. Wenn es ihnen gelingt, die Kräfte zu durchschauen, kann der Ausbruch gelingen.“

Bernadette Németh lebt und arbeitet als Autorin, Journalistin und Ärztin in Wien. Parallel zu ihrer medizinischen Ausbildung veröffentlichte sie Prosa und Lyrik in diversen Anthologien und Literaturzeitschriften. 2010 erschien unter dem Titel „Der zweite Blick“ im Abacus Verlag eine Sammlung von Kurzgeschichten. 2013 folgte ihr erstes Kinder- und Jugendbuch für kranke Kinder im Spital: „Elmedin und der Zaubertukan“.

© Buchcover – Verlag Wortreich

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

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3. Nie-mehr-Schule-Aktionstag

Am 15.9.17, dem Internationalen Tag der Bildungsfreiheit

Bildung ohne Schule – geht das?

Die derzeitigen Bildungsverantwortlichen in Österreich – und nicht nur da – sehen keine, und wenn, dann nur eingeschränkte Möglichkeiten, diese ohne Schulbesuch zu erlangen. Was für Ausbildung womöglich noch zutrifft, ist für Bildung so jedenfalls nicht gültig. Der freischaffende Philosoph Bertrand Stern bringt es mit den Worten „Die Verknüpfung von Bildung und Schule stellt eine unzulässige Kausalität dar“ auf den Punkt. André Stern wiederum ist der beste Beweis dafür, dass aus einem nichts werden muss – wie uns das Schulsystem vorgaukelt –, sondern dass jeder Mensch immer schon ist. Die Vielfalt seiner Berufe ist beredtes Zeugnis dafür.

Am 15.9.2017 kommen zwischen 10 und 19 Uhr auf der Facebook-Seite von „Nie-mehr-Schule – Bewegung für ein Recht auf Bildung“ verschiedene Menschen zu Wort, die sich Gedanken oder sogar selbst auf den Weg des „Frei-Sich-Bildens“ gemacht haben. So sind da neben den oben genannten auch Erwin Wagenhofer, der Schöpfer des Filmes Alphabeth“, die Freilerner-Eltern Sigrid und Richard Lamprecht, die Psychologin Franziska Klinkigt und der Initiator der Bewegung Michael Karjalainen-Dräger zu sehen bzw. zu hören. Ebenso werden Fragen rund um ein Lernen ohne Schule beantwortet.
Weitere Informationen zum Aktionstag, zur Initiative bzw. zur gleichnamigen monatlichen Sendereihe im freien Wiener Radio Orange gibt es auf der Homepage zu finden.

© Foto: Reetta Karjalainen, 2015

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BUCHENGASSE 100 – GESCHICHTE EINER ARBEITERFAMILIE

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Literatur am Montag

Oswalda Tonka wurde in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in eine Wiener Arbeiterfamilie hineingeboren. Aufgewachsen in der Buchengasse 100 im 10. Gemeindebezirk war ihr Leben von früher Kindheit an von Ausbeutung und Elend begleitet. Früh erkannte sie die Notwendigkeit, sich gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu engagieren.

Gitta Tonka, ihre Tochter und pensionierte Volksschuldirektorin aus Favoriten wird an diesem Abend aus der im Promedia Verlag veröffentlichten „Buchengasse 100″ lesen. Sie „… hat aus den autobiographischen Manuskripten ihrer Mutter ein Buch gemacht. Entstanden ist ein lebendiges Zeitdokument, erzählt aus der Perspektive einer temperamentvollen jungen Frau, die den Widrigkeiten der Zeit die Stirn bot.“

Wann: Montag, 18. September 2017
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Wo: Buchhandlung Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – Wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung:
Tel.: 0677/612 659 11
E-Mail: Wiener Bücherschmaus

© Buchcover – Promedia Verlag

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

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Newsletter September 2017

Das Septemberprogramm des Wiener Bücherschmaus

Wir eröffnen die „Herbstsaison“ im Bücherschmaus mit einem „Late Night Shopping“, bieten Ihnen im Rahmen von „Literatur am Montag“ zwei abendliche Lesungen und beschließen den Veranstaltungsreigen im September mit dem 1. Mariahilfer Lesemäuseclub für Kinder von 6 – 10.

Das Programm im Überblick – die Details dazu finden Sie weiter unten.

  • Dienstag, 5. September 2017 – 14:30 – 21:00 Uhr: Late Night Shopping im Bücherschmaus
  • Montag, 18. September 2017 – 19:00 Uhr: Gitta Tonka, Buchengasse 100 – Geschichte einer Arbeiterfamilie
  • Montag, 25. September 2017 – 19:00 Uhr: Bernadette Németh, Der Rest der Zeit
  • Montag. 25. September 2017 – 16:00 – 17:00 Uhr: 1. Mariahilfer Lesemäuseclub für Kinder von 6 – 10

Alle Veranstaltungen finden in der Buchhandlung des Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz statt.

DER EINTRITT IST FREI – SPENDEN FÜR DIE LESEFÖRDERPROJEKTE DES WIENER BÜCHERSCHMAUS ERBETEN.

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR GENERELL UM RESERVIERUNG.
T. 0677 612 659 11, E-Mail

DIENSTAG, 5. SEPTEMBER 2017 – 14:30 bis 21:00 UHR: LATE NIGHT SHOPPING

An diesem Abend können Sie bei einem Glas Wein oder Saft unter vielen neu eingetroffenen Secondhand-Büchern gustieren, Freunde / Freundinnen und Bekannte treffen sowie neue Kontakte knüpfen.

Mit Ihrem Buchkauf unterstützen Sie die Leseförderinitiativen des Wiener Bücherschmaus und sichern den Bestand des literarischen Treffs am Oskar-Werner Platz.

MONTAG 18. SEPTEMBER 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – BUCHENGASSE 100 – GESCHICHTE EINER ARBEITERFAMILIE

Oswalda Tonka wurde in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in eine Wiener Arbeiterfamilie hineingeboren. Aufgewachsen in der Buchengasse 100 im 10. Gemeindebezirk war ihr Leben von früher Kindheit an von Ausbeutung und Elend begleitet. Früh erkannte sie die Notwendigkeit, sich gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu engagieren.

Gitta Tonka, ihre Tochter und pensionierte Volksschuldirektorin aus Favoriten wird an diesem Abend aus der im Promedia Verlag veröffentlichten „Buchengasse 100″ lesen. Sie „… hat aus den autobiographischen Manuskripten ihrer Mutter ein Buch gemacht. Entstanden ist ein lebendiges Zeitdokument, erzählt aus der Perspektive einer temperamentvollen jungen Frau, die den Widrigkeiten der Zeit die Stirn bot.“

MONTAG, 25. SEPTEMBER 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – DER REST DER ZEIT – BERNADETTE NÉMETH

Bernadette Németh,präsentiert an diesem Abend Ihren 2017 im Verlag Wortreich erschienen Roman „Der Rest der Zeit“.
Sie lebt und arbeitet als Autorin, Journalistin und Ärztin in Wien. Parallel zu ihrer medizinischen Ausbildung veröffentlichte sie Prosa und Lyrik in diversen Anthologien und Literaturzeitschriften. 2010 erschien unter dem Titel „Der zweite Blick“ im Abacus Verlag eine Sammlung von Kurzgeschichten. 2013 folgte ihr erstes Kinder- und Jugendbuch für kranke Kinder im Spital: „Elmedin und der Zaubertukan“.

„Als die Ärztin Tünde plötzlich selbst zur Patientin wird, beginnt sie über die Sinnhaftigkeit ihres Lebensweges nachzudenken. Ihre Geschwister Adam und Melinda eilen, ihr beizustehen, aber auch sie stehen vor Trümmern. Das Zurück gibt es nicht. Aber es gibt die Suche nach Verständnis, nach der Aufschlüsselung jener Kräfte, in deren Spannungsfeld die freie Entscheidung zum Diktat der Erwartungen verkommen ist. Wenn es ihnen gelingt, die Kräfte zu durchschauen, kann der Ausbruch gelingen.“

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird von der Bezirksvorstehung Mariahilf unterstützt.

MONTAG, 25. SEPTEMBER 2017 – 16:00 bis 17:00 UHR: 1. MARIAHILFER LESEMÄUSECLUB FÜR KINDER VON 6 – 10

Wir lesen aus Büchern und Texten, die die Kinder mitbringen.

  • eine Geschichte wird vorgelesen und auf verschiedene Weise bearbeitet (Malen und Gestalten, Inszenieren einer Theaterszene, Drehen einer Filmsequenz, …)
  • monatliche Bücher-Tipps zum Selberlesen (bis zum nächsten Mal)
  • am Ende des Jahres darf, wer mag, vor Publikum die eigene Lieblingsgeschichte vorlesen
  • die Kinder erhalten einen Lesepass, der bei jedem Besuch im Leseclub gestempelt wird, am Ende des Jahres gibt es eine kleine Überraschung

Weitere Termine: jeweils montags von 16.00-17.00 Uhr: 30.10. und 27.11.2017

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmelddung ist erforderlich!
T.: 0677/612 659 11, E-Mail an den Bücherschmaus

Leitung: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger, begeisterter Leser, Geschichtenerzähler und (Kinder-)Buchautor, hat das Konzept Bookmania“ entwickelt, das junge Menschen zum Lesen animiert.

Der Lesemäuseclub wird unterstützt von der „Kulturplattform Mariahilf für Grätzelkultur“ im Rahmen von Nachbarschaftsinitiative und „go>west“.

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LATE NIGHT SHOPPING IM „WIENER BÜCHERSCHMAUS“

Late Night Shopping im Wiener Bücherschmaus

Dienstag, 05. September 2017, 14:30 – 21:00 Uhr.

An diesem Abend können Sie bei einem Glas Wein oder Saft unter vielen neu eingetroffenen Büchern gustieren, Freunde / Freundinnen, Bekannte treffen und neue Kontakte knüpfen.

Mit Ihrem Buchkauf unterstützen Sie die Leseförderinitiativen des „Wiener Bücherschmaus“ und sichern den Bestand des literarischen Treffs am Oskar-Werner Platz.

Wiener Bücherschmaus – Verein für Leseförderung und Buchkultur
Buchhandlung: Garbergasse 13 . Ecke Millergasse – Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
offen: Di.-Fr.:14:30-18:30 / Sa. 10:00-13:00

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Fast wie Freunde

EIN BILDERBUCH FÜR KLEINE UND GROSZE MENSCHEN.

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“

Erich Kästner

Angst haben – das ist uncool, feige, lächerlich. Genau hinschauen – das ist anstrengend, unnötig, aufwühlend. Trotzdem zahlt es sich aus. Speziell, wenn alles in Ordnung zu sein scheint. Die Menschen in der Stadt, in der die Handlung spielt, haben alles, was sie zum Leben brauchen, sie grüßen einander, führen ein sorgloses Leben. Bei genauerem Hinschauen sind sie erkennbar: die traurigen Augen, die gebückte Haltung der Mitmenschen. Schleppt nicht jede/r eine Art schwarzen Sack am Rücken mit sich? In so einer Stadt wohnt Sophie. Sie scheint wie jedes Kind. Oder trägt Sophie ebenfalls eine solche Last und ist deswegen alles so schwer für sie? Die Doktoren können ihr nicht helfen; auch sie wollen nicht genau hinschauen und tragen gleichzeitig ihr persönliches Angstpaket umher. Als Sophie schließlich doch einen Blick wagt, entpuppt sich das schwarze Ding auf ihrem Rücken als ihre Angst. Ihre Versuche, den ungeliebten Gast mit Gewalt loszuwerden, misslingen. Warum also nicht die Angst kennenlernen bei gemeinsamen Unternehmungen wie schwimmen oder auf Bäume klettern? Mal ist die Angst näher bei Sophie, mal ist sie weiter weg. Und eines Tages geht sie fort, um nur mehr hin und wieder bei Sophie vorbeizuschauen, wenn diese sie wirklich braucht.

Sich ein Bild von etwas Unbekanntem, Gefürchteten zu machen ermöglicht erst die Auseinandersetzung damit. Mirjam Zels zeichnet ein sehr charmantes Bild dieses Unbekannten. Nur auf dem ersten Blick wirkt die Angst unheimlich, wenn sie sich mit dünnen Armen an den Hals ihres Menschen klammert, als schwarzer Sack auf dem Rücken hängt. Sophies Gefühl, dass etwas nicht mir ihr stimmt, dass sie anders ist als andere Kinder, wird deutlich in ihrem niedergeschlagenen Blick, in der gebeugten Haltung. Sie kämpft mir ihrer Angst. Die körperliche Anstrengung zeigt sich eindringlich in jenen Momenten, als Sophie mit aller Kraft versucht, das schwarze Etwas von ihrem Rücken zu bekommen, das wie festgeklebt zu sein scheint. Als auch die anderen Menschen sich nach und nach trauen, ihre Angst genauer anzuschauen, entpuppt sich diese als humorvolles, hilfreiches Wesen. Es sitzt auf dem Sozius eines Motorrollers, nimmt Platz in einer Handtasche, schaut aus dem Fenster, spaziert an der Hand eines Kindes. Die Veränderung wird auch an den Häusern sichtbar. Sieht man zu Beginn der Geschichte nur kahle Mauern und geschlossene Fenster, so erwachen die Häuser danach zu Leben: Blumen blühen in Fensterkisten, eine Frau winkt und hängt Wäsche auf, Sessel und ein Tisch stehen auf einer Terrasse.

Ausgangspunkt des Bilderbuches war Mirjam Zels‘ Bachelorarbeit an der Technischen Schule Nürnberg/Fakultät Design, für den sie im Sommersemester 2015 den Fakultätspreis für die beste Bachelorarbeit erhielt. Ein Blick auf ihre Homepage zeigt die Illustrationen in der ursprünglichen Form: dicke Augenbrauen und Nasen verleihen den Gesichtern einen düsteren Ausdruck, die Figuren wirken beinahe unheimlich; die Überarbeitung lässt die Agierenden sympathischer wirken und tut der Aussage der Geschichte keinen Abbruch. Die Angst wird nicht besiegt und abgeschoben, sie wird als Teil des Lebens akzeptiert. Die Menschen und ihre Angst kommen miteinander aus – fast wie Freunde.

Petra Öllinger

Mirjam Zels (Text und Illustrationen): Fast wie Freunde
kunstanst!fter, Mannheim 2017
Gebunden, 44 Seiten, € 22,70 (Ö)
Ab 6 Jahren und für Erwachsene
Über Mirjam Zels

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin

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Book Fairies

Book Fairies im Wiener Bücherschmaus

Die Idee zu den Book Fairies entstand Anfang des Jahres, am 8. März (International Women’s Day) wurde die Organisation dann einer breiten Öffentlichkeit bekannt. An diesem Tag haben die Book Fairies zusammen mit Emma Watson und ihrem Buchclub „Our Shared Shelf“ Bücher ausgesetzt.

Die Idee der Book Fairies ist dem Bookcrossing sehr ähnlich. Wir setzen Bücher aus und bringen sie so zu neuen Lesern, diese geben sie dann, im Idealfall, nach der Lektüre weiter.
Anders als beim Bookcrossing wird das Buch aber nicht markiert und in keine Datenbank eingetragen. Wir machen vor dem Aussetzen Fotos von den Büchern und teilen sie auf unseren Social Media Accounts, auf diese Weise bekommen wir auch manchmal eine Rückmeldung von den Findern.
Wenn ihr mehr erfahren wollt kommt doch einfach am 18. August im Wiener Bücherschmaus vorbei, schaut auf die Website der Book Fairies oder nehmt über eine dieser Möglichkeiten Kontakt auf: bookfairiesaustria@gmail.com, Instagram: @bookfairies_austria, Twitter: @bookfairies_AUT

Book Fairy kann jeder Mensch werden. Im Wiener Bücherschmaus könnt ihr mehr über die Book Fairies erfahren, Fragen stellen und euch auch gleich ein paar Sticker abholen um selbst loszulegen.

Wann: Freitag, 18. August 2017
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Wo: Buchhandlung Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

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Wolfsbrot

Wurst gegen die Angst

Es gibt Winterbilder, die durch Heiterkeit in ihren Bann ziehen: hell, fröhlich, geschäftig; tanzende Schneeflocken, beschwingte Menschen – wie jenes von Luckas von Valckenborch aus dem 16. Jahrhundert.
Es gibt Bilder vom Winter, die durch Bedrohlickeit den Blick auf und in sich hinein ziehen: dunkel, kalt, still; beunruhigende Silhouetten, … – wie jene von Ulrike Möltgen. Sie illustriert die Geschichte des Ich-Erzählers, eines achtjährigen namenlosen Buben, der sich in der klirrend kalten Morgendämmerung im Nachkriegswinter auf den Weg zur Schule macht. Der Weg ist weit und die Hälfte davon führt durch einen dunklen Wald. Das Gute an diesem Morgen: Die Mutter gibt ihm ein dickes Wurstbrot mit. „Wurst war zu dieser Zeit selten.“ Das Schlechte: Er muss alleine gehen, weil die beiden Nachbarkinder krank sind.
Als er im Wald den Fragebaum erreicht, nähert sich ihm ein großer grauer Schatten, der schwere Atem eines anderen: eines Soldaten „Einer von denen, die nach dem langen Krieg nach Hause schlichen …“ Der Bub hat Angst vor dem Soldaten, ist jedoch gleichzeitig fasziniert von ihm. Diesem gibt er schließlich – nicht ganz freiwillig – die Hälfte seines Wurstbrotes ab. „Wenn du dein Brot mit mir teilst, beschütze ich dich vor den Wölfen.“ Er setzt seinen Weg fort, weiterer grauer Schatten schleicht sich an ihn heran. Dieses Mal ist es ein ein Wolf. Ihm wirft er die andere Hälfte des Wurstbrotes hin. „Der Wolf packte das Brot und flog über mich hinweg.“ Der Bub rennt bis zum Ende des Waldes, wo sich bereits die ersten Sonnenstrahlen zeigen. „Die Nacht war vorbei.“ Trotzdem er an diesem Tag „verdammt hungrig“ nach Hause kommt, teilt er seiner Mutter mit, dass er am nächsten Tag kein Wurstbrot mehr haben wolle. Mit einer überraschenden Begründung …

Beklemmung, Alleinsein, Erschöpfung, Kälte, das Gefühl, sich der Angst, dem Unbekannten stellen zu müssen – das schildert der Autor Kilian Leypold in klarem, lapidarem Stil. Es gibt kein eindeutiges Gut und Böse. Parallelen zwischen dem Soldaten und dem Wolf zeigen, dass eine einfache Unterteilung nicht möglich ist: Zwar sind der Soldat und der Wolf gefährlich, gleichzeitig auch müde, hungrig, scheu – vielleicht auch traurig? – und dem Buben somit nicht unähnlich. Bei diesen für ihn lebensbedrohlichen Begegnungen (der Soldat zielt mit dem Gewehr auf ihn, der Wolf droht ihn anzufallen), muss er (rasch) reagieren und entscheiden. Dabei ist er kein strahlender Held, der dem Gegner mit kühner Entschlossenheit gegenübertritt. Im Gegenteil: Der Bub empfindet Mitgefühl. Sogar mit dem Wolf. Es ist nicht Kalkül, das ihn dazu veranlasst, dem Tier die zweite Wurstbrothälfte hinzuwerfen, er weiß einfach nicht, was sonst zu tun ist. Beide Herausforderungen sind gemeistert, erleichtert ist der Bub trotzdem nicht; er rennt die letzte Strecke zum Waldrand.

Ulrike Möltgens collagenartige Illustrationen locken tief in die Geschichte hinein. Wer genau hinschaut, wird erfasst von Farben und Gestaltungsaspekten, die die Kälte, Stille, das Abwarten und gegenseitige Belauern, körperlich spürbar machen. Wie einsam und gleichzeitig bedächtig sich der Bub anhand einer fahlen Schneise im Wald orientiert, wird durch eine textlose Szene intensiviert. Der Bub verschwindet dabei in der Ferne zwischen den Bäumen und erinnert an das Bild des einsamen Cowboys, der in den Sonnenuntergang reitet. Wer genau hinschaut, entdeckt viele Details: den blauen Stoffmantel des Buben (hier genau schauen!), Rehe hinter Bäumen, diffuse Schatten, die sich als Wolf entpuppen. Neben kräftigem Rot und Weiß dominieren gedämpfte, dunkle Farben, die Ulrike Möltgen symbolkräftig einsetzt: Als der Bub dem Soldaten die Brothälfte gibt, zeichnen sich deren schwarzen Silhouetten gegen einen weißen Hintergrund ab, lauert der Wolf bereits vor blutroter Farbe; gegen Ende des Buches, am Ende der Nacht, zeichnet sich zartes Lila hinter der Bergkette ab.

Empfohlen wird das Buch ab 8 Jahren, es schadet nicht, wenn eine erwachsene Person die jungen Menschen beim Anschauen und Lesen begleitet.

Petra Öllinger

Ulrike Möltgen (Illustrationen) & Kilian Leypold (Text): Wolfsbrot
Sonja Müller-Späth (Buchgestaltung)
kunstanst!fter, Mannheim 2017
Gebunden, mit Halbleinen und Metallicprägung, 32 Seiten, € 24,70 (Ö)
Ab 8 Jahren und für Erwachsene

Das Bild von Lucas van Valckenborch hängt im Kunsthistorischen Museum im Wien. Wer es nicht realiter anschauen kann, dem bietet sich hier ein Blick darauf.

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin / Buchgestalterin

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Büchertasche des Wiener Bücherschmaus

Lesestoff für Büchertiger

Die Büchertaschen in Mariahilf und Penzing sind ein Projekt der GB*6/14/15.

Sie bieten an mehreren Standorten im öffentlichen Raum die Gelegenheit, unkompliziert Literatur zu tauschen.

Büchertasche vis a vis vom Bücherschmaus

Die vom Wiener Bücherschmaus betreute Büchertasche befindet sich am Geländer des Hauses Ecke Millergasse / Mittelgasse (Oskar-Werner-Platz) und ist 24 Stunden täglich zugänglich.

Weitere zwei Büchertaschen in Mariahilf:

  • Gumpendorfer Straße 117, vor dem SeniorInnen-Treff
  • Corneliusgasse 6, am Vorplatz der Volksschule (ab Schulbeginn im September 2017)
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