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Felix Salten (1869 – 1945)

Exilliteratur – Teil 6

Anlässlich der Ausstellung „Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne“ im Wien Museum, erinnern wir im „Wiener Bücherschmaus“ in der Reihe „Exilliteratur“ in einem Kurzporträt an die vielschichtige Persönlichkeit des Autors.

Bisher wurden in dieser Reihe neben Felix Salten die AutorInnen Albert Drach, Irmgard Keun, Mela Hartwig, Stefan Zweig und Lili Grün gewürdigt.

Felix Salten Felix Salten, in Pest in Österreich-Ungarn geboren, wächst in Wien auf. Mit 16 verlässt er das Gymnasium und arbeitet in einer Versicherung. Anfang der 1890er Jahre kommt er mit der Gruppe Jung-Wien in Kontakt; junge Autoren wie Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Peter Altenberg, Richard Beer-Hofmann und eben Felix Salten treffen einander im Café Griensteidl. Hermann Bahr ist der Netzwerker der Gruppe und 1894 Mitbegründer der Zeitschrift „Die Zeit“. Unter seiner Herausgeberschaft wird sie zum Sprachrohr von Jung-Wien und unterstützt und fördert das Aufkommen der literarischen Moderne im deutschen Sprachraum.

Als Karl Kraus im Winter 1896 die Beziehung von Felix Salten zur Burgschauspielerin Ottilie Metzl öffentlich macht, wird er von diesem geohrfeigt. Salten wird zu einem Bußgeld von 20 Gulden verurteilt. 6 Jahre später heiratet er Ottilie Metzl. Sein aufwendiger Lebensstil lässt seine Schulden zu diesem Zeitpunkt auf 60.000 Gulden anschwellen. 1 Gulden ö. W. aus dieser Zeit entspricht in etwa der heutigen Kaufkraft von 14,95 Euro (Historischer Währungsrechner der Österreichischen Nationalbank).

Felix Salten ist ein fleißiger und vielseitiger Schreiber, der auch gerne unter einem seiner vielen Pseudonyme, wie beispielsweise Jeremias Eckenpfeifer, Martin Finder, Marie Hemmer oder Lanzelot veröffentlicht. Neben Romanen, Novellen, Bühnenstücken, Libretti und Filmdrehbüchern schreibt Felix Salten für zahlreiche große deutschsprachigen Zeitungen. Dabei deckt er ein breites Spektrum von der Theaterkritik über Reportagen bis zu Skandalgeschichten gekrönter Häupter ab.

Während des Ersten Weltkrieges ist Felix Salten im Kriegsarchiv beschäftigt. Den Krieg begrüßt er, wie viele andere Autoren und Autorinnen auf beiden Seiten der Front zunächst begeistert und arbeitet für dessen Akzeptanz. Erst ab 1917 ändert sich seine Haltung und er bezeichnet in „Drei Jahre Krieg“ diesen als „Katastrophe“.

Die Erinnerung an das schriftstellerische Schaffen von Felix Salten ist in der Öffentlichkeit bis heute mit zwei sehr unterschiedlichen Büchern verknüpft.

Mit dem pornografischen Roman „Josefine Mutzenbacher“. Das Werk erscheint 1905 mit dem Untertitel „Die Geschichte einer Wienerischen Dirne“ als Privatdruck. Die erste Fassung wird in einer Auflage von 100 nummerierten Exemplaren veröffentlicht. Seither changiert die Wahrnehmung des Buches zwischen „der wohl einzige deutsche pornographische Roman von Weltrang“ und Kinderpornografie. Trotz entsprechender Aussagen von Zeitgenossen wie Karl Kraus und Arthur Schnitzler kann die Autorenschaft von Felix Salten bis heute nicht mit letzter Sicherheit nachgewiesen werden.

Werbeplakat für den Film Bambi, 1951 Wienbibliothek im Rathaus Und mit dem 1923 veröffentlichten Kinderbuch „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“. Es wird, nach dem Felix Salten die Filmrechte um 1000 Dollar verkauft, erstmals 1942 in den Disney Studios verfilmt. 1939 erhält „Bambi“ aus der Feder des Autors eine Fortsetzung. Felix Salten, dem zu diesem Zeitpunkt bereits jegliche Veröffentlichung im Deutschen Reich verwehrt ist, publiziert das Buch in den USA unter dem Titel Bambi’s Children: The Story of a Forest Family. Erst ein Jahr später erfolgt mit „Bambis Kinder. Eine Familie im Walde.“ die deutschsprachige Erstveröffentlichung in der Schweiz.

In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte er nicht zu den entschlossenen Gegnern von Krieg und Faschismus. Als Ernst Toller am XI. Kongress des internationalen P.E.N.-Clubs im Mai 1933 in Dubrovnik die kurz zuvor im Deutschen Reich beginnenden Bücherverbrennungen und die Verfolgung von AutorInnen scharf verurteilt, schließen sich die beiden Delegierten des österreichischen P. E. N., Grete von Urbanitzky als Generalsekretärin und Felix Salten als dessen Präsident dem Protest nicht an.

Bei der darauffolgenden Generalversammlung des Österreichischen P. E. N. im Juni 1933 tritt Felix Salten als Präsident zurück, zugleich kommt es zur Abspaltung der nationalsozialistisch orientierten Mitglieder. Nach mehreren Anläufen gründen sie 1936 unter der Präsidentschaft von Max Mell den „Bund deutscher Schriftsteller Österreichs“. Nicht wenige von Ihnen werden, im Gegensatz zu zahlreichen vom Nationalsozialismus ins Exil gezwungenen AutorInnen, im literarischen Nachkriegsösterreich rasch wieder Fuß fassen.

In diesem Zusammenhang sei an Franz Theodor Csokors Worte erinnert. Er schreibt: „Man muß sich eben entscheiden: Gutes Geschäft – oder gutes Gewissen? Ich bin für das Zweite – auf jede Gefahr hin, selbst auf die einer Emigration, falls der braune Zauber auch bei uns einmal Fuß fassen sollte!“

Ab 1935 stehen die Werke von Felix Salten auf den von den Nationalsozialisten zusammengestellten Listen des „schädlichen und unerwünschten Schrifttums“. Nach dem „Anschluss“ Österreichs kann Felix Salten 1939 mit seiner Frau zu seiner Tochter in die Schweiz ausreisen. Er muss sich allerdings den Schweizer Behörden gegenüber verpflichten, keiner journalistischen Arbeit nachzugehen. Am 8. Oktober 1945 stirbt Felix Salten in Zürich im Alter von 76 Jahren. In Wien-Donaustadt (22. Bezirk) erinnert die Saltenstraße an den Autor.

Weitgehend vergessen ist, dass Felix Salten „als einflussreicher Journalist, mächtiger Kulturkritiker, experimentierfreudiger Theatergründer, engagierter Repräsentant des Judentums, umstrittener Literaturfunktionär und Mitstreiter des literarischen Netzwerks Jung-Wien um Hugo von Hofmannsthal und Arthur Schnitzler ein bedeutender Protagonist des kulturellen Lebens der Wiener Moderne war.“ Diese Aspekte seiner Persönlichkeit werden in der Ausstellung „Im Schatten von Bambi“ im Wien Museum MUSA und im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek gewürdigt.

AUSSTELLUNG IM WIEN MUSEUM UND IN DER WIENBIBLIOTHEK

Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne

Wo: Wien Museum MUSA, 1010, Felderstraße 6-8
Wann: Dienstag bis Sonntag & Feiertag, 10 bis 18 Uhr.

„Anlässlich seines 75. Todestags werden auf Basis von Saltens Nachlass, der sich seit 2015 zum größten Teil im Bestand der Wienbibliothek im Rathaus befindet, etliche kaum bekannte Aspekte seines Wirkens thematisiert. Seine vielfältigen Tätigkeiten, darunter z. B. auch seine bisher kaum gewürdigte Rolle als Kunstkritiker im Umfeld Gustav Klimts, werden anhand bisher unveröffentlichter Dokumente vor Augen geführt und zeitlich kontextualisiert: Felix Salten erlebte die zu Ende gehende Monarchie, die Erste Republik, beide Weltkriege sowie Diktatur und Exil. Leben, Werk und kulturelle Vernetzung dieser schillernden Persönlichkeit, die Wien zwischen 1890 und der Flucht in die Schweiz 1939 wesentlich geprägt hat, werden in dieser Ausstellung aus einer neuen Perspektive gezeigt.“

Der Eintritt in „Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne“ ist für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren frei. An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Besuch der Ausstellung für alle Besucher und Besucherinnen kostenlos.

Wienbibliothek

Wo: Ausstellungskabinett der Wienbibliothek, 1082 Wien, Rathaus, Eingang Felderstraße, Stiege 6, Glaslift, 1. Stock
Wann Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

„Der Nachlass von Felix Salten in der Wienbibliothek im Rathaus eröffnet mit zahlreichen Fotos, Lebensdokumenten, dem Manuskriptarchiv und besonders der Briefsammlung mit ca. 700 Korrespondenzpartner*innen (u. a. Karl Kraus, Heinrich und Thomas Mann, Berta Zuckerkandl, Stefan Zweig) einen weiten Blick auf Leben und Wirken des Tausendsassas Felix Salten. Hinzu kommt die Nachlassbibliothek mit über 2.300 Büchern, die zahlreiche unikale Arbeits- und Handexemplare, Widmungen und eine Belegsammlung etwa seiner Tierbücher Bambi, Florian und Perri enthält.“

Bildquellen:
Beitragsbild: Felix Salten, vermutlich in seinem Landhaus in Pötzleinsdorf, 1904, Wienbibliothek im Rathaus
Im Beitrag: Werbeplakat für den Film Bambi, 1951, Wienbibliothek im Rathaus und Plakat zur Ausstellung: Im Schatten von Bambi Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne. Grafik: Olaf Osten

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Kostenlose Kinder- und Jugendliteratur

Ferienzeit = Lesezeit

Kostenlose Kinder- und JugendliteraturDu bist eine Lesetigerin oder ein Bücherwurm? Dann ist die kostenlose Kinder- und Jugendliteratur aus der Bücherkiste vor dem Vereinssitz des Wiener Bücherschmaus, Garbergasse 18, 1060 Wien genau das Richtige für dich!

Nimm bitte nur so viele Bücher mit, wie du in nächster Zeit lesen kannst. Die nach dir Kommenden freuen sich ebenfalls über Lesestoff. :-)

Wir wünschen dir ein spannendes, geheimnisvolles und vergnügliches Leseerlebnis.

Der Wiener Bücherschmaus betreut zusätzlich zu der Bücherkiste in der Garbergasse fünf Bücherverschenkregale für Jung und Alt in Mariahilf. Coronabedingt sind im Moment allerdings nur jene in der VHS-Mariahilf und im Amtshaus zugänglich.

PS: WIENXTRA bietet (nicht nur) in den Semesterferien Tipps für die Freizeitgestaltung.

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Weihnachten: Winterzeit – Lesezeit

Weihnachten - eim Baum aus Büchern

Nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Der Wiener Bücherschmaus bietet neben einer breiten Palette an kostenlosen Leseförderangeboten auch die Möglichkeit, im Onlineshop gepflegte Secondhandliteratur zu kaufen. Zusätzlich können Sie ein kuratiertes Bücherabo erwerben. Bei der im Abonnement angebotenen Belletristik handelt es sich um neuwertige Secondhandbücher.

Sie suchen ein literarisches Weihnachtsgeschenk? Dann ist ein Geschenkgutschein vom Wiener Bücherschmaus genau das Richtige für Sie.

Weihnachten und Umweltschutz

Mit einem Buchkauf im Wiener Bücherschmaus unterstützen Sie nicht nur zu Weihnachten unsere Initiativen im Bereich der Leseförderung, sondern Sie tun auch etwas für unsere Umwelt. Jedes Buch, das nicht neu produziert werden muss, spart Rohstoffe und Energie.

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und trotz Lockdown und der vielfältigen derzeitigen Belastungen eine gute Zeit.

Ihr Bücherschmaus-Team

PS: Wir versenden die Bücher nahezu ausschließlich in Secondhandverpackung. Das heißt, die von uns verwendete Kartonage war bereits zuvor mindestens einmal als Verpackungsmaterial im Einsatz.

PPS: Gerne können Sie sich Ihre Buchbestellung nach Vereinbarung im Wiener Bücherschmaus, Garbergasse 18, 1060 Wien abholen und so die Portospesen sparen.

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Liedermacherlnnenlounge goes online ….

Klar, man kann Frust schieben und den oder das Virus ein Oaschloch schimpfen, das erleichtert, nützt aber nix. Deshalb empfiehlt der Wiener Bücherschmaus ein aktuell-virtuelles Wiedersehen oder Kennenlernen von und mit Andre Blau und Christa Kasehs in der LiedermacherInnenlounge.

Wann: Samstag, 14. November 2020 – 16:30 Uhr
Wo: online via Instagram und Facebook.

Diesmal Christa Kasehs als Gast. Sie ist seit ca. 35 Jahren Musikerin, u. a. Bassistin in verschiedensten Bluesbands. Vor etwa 25 Jahren hat sie begonnen, eigene Texte zu schreiben und diese zu vertonen. Zum Repertoire gehören Lieder in Mundart, Hochdeutsch und Englisch – mit einem Wort: dreisprachige Texte :-)

Die Lieder (and Songs) handeln von eigenen Lebenserfahrungen, spiegeln Weltanschauliches und erzählen von Visionen für ein neues, liebevolleres Miteinander, über Wertschätzung und Verantwortung für einander und den Planeten. Um einen Ö1-Slogan abzuwandeln: Christa Kahsehs gehört gehört!

Text und Musik sind miteinander beziehungsfähig im besten Sinne. Liedermacherinnen und Liedermacher können ein Lied davon singen. Oder gar mehrere. Und das tun sie auch! Deutsch und anderssprachig. Als Solisten, Duos, Trios … Kritisch, witzig, melancholisch … und immer mit höchstem musikalischen und emotionalen Einsatz in der Präsentation ihrer Eigenkompositionen.

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Literaturspaziergang in Mariahilf

„D‘Hausherrnsöhnl‘n“ und andere literarische Schätze aus und in Mariahilf

Wilhelm Wiesberg und Johann Silony verewigten um 1880 in dem Lied einen Teil von Mariahilf, nämlich:

„In Gumpendorf drunt auf ein Eck Numm’ro zwa /
steht a dreistöckig’s Haus und das g’hört dem Papa“

Literaturspaziergang in Mariahilf

Literaturspaziergang in Mariahilf

Diese und andere literarische Schätze werden bei diesem Spaziergang gehoben und präsentiert: zum Beispiel der Rattenfänger vom Magdalenengrund, Oskar Werner als Feuerwehrmann oder Kabaretistisches aus der „Hölle“.

Datum: Mittwoch 4. November 2020
Uhrzeit: 15:00 bis 16:30
Treffpunkt: Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
Achtung: begrenzte TeilnehmerInnenzahl, eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Zur Anmeldung per Mail

Die Teilnahme ist kostenlos – Spenden für die Bücherschmaus-Leseprojekte sind willkommen.
Bei Regenwetter wird die Veranstaltung auf Mittwoch, den 11. November 2020 verschoben.

Fotocredit: Andrew Martin via Pixabay

Die Veranstaltung des „Wiener Bücherschmaus“ wird von der Bezirksvorstehung Mariahilf unterstützt.

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Wohin geht das Leben? Workshop zu Trauer und Abschied im Bilderbuch

Der Verlust eines geliebten Wesens, der Abschied von einem Ort, von einer Situation verschlägt uns oft buchstäblich die Sprache. Bilderbücher können kleine und große Menschen ein Stückchen weit durch diese schwere Zeit begleiten.

Anhand einer Auswahl von Bilderbüchern widmen wir uns den Fragen „Wie kann ich als Trauernde/r Kraft aus Geschichten schöpfen?“ und „Wie kann ich trauernde kleine/große Menschen mithilfe von Bilderbüchern unterstützen?“
Theoretische Inputs und kleine praktische Übungen laden dazu ein, diesen Bilderbuchweg kennenzulernen.

Referentin: Mag.a Petra Öllinger vom „Wiener Bücherschmaus“ (Psychologin, Autorin, Schreibcoach, Vorlesepatin, Absolventin des Lehrgangs „Trauerbegleitung“)

Zielguppe: Alle am Thema Interessierten

Datum: Donnerstag, 22. Oktober 2020
Uhrzeit: 18:00-21:00
Ort: Bildungszentrum Floridsdorf, Zaunscherbgasse 4, 1210 Wien
Preis: € 15,00
Anmeldung: telefonisch 01/51552-5108 oder per E-Mail

Fotocredit Beitragsbild: Pixabay/Greyerbaby

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Wiener Bücherschmaus & Satire Lounge

1 Abend – 2 Veranstaltungen

Freitag, 25. September 2020
Beginn: 18:30 Uhr

Mi Barrio
Münzwardeingasse 2
1060 Wien
Kulturbeitrag: Empfehlung € 10,-

Es ist angerichtet: Literatur vom Feinsten

Wussten Sie schon? Bereits ein Buch enthält den Tagesbedarf A, B, C, D, E und K und viele weitere lebenswichtige Buchstaben.

Der „Wiener Bücherschmaus“ macht Gusto auf Literatur und kredenzt Erlesenes aus seinen Bücherverschenkregalen. Es brutzelt, dampft und schmort.

Wählen Sie aus einem reichhaltigen Buffet: knuspriger Krimi, vitamaninreiche Sciene Fiction oder zart-cremiger Humor.

AN DEN LITERARISCHEN KOCHTÖPFEN: Andre Blau, Petra Öllinger, Irmi Schentz.
AM MUSIKALISCHEN HERD: Katie Kern

Guten Appetit

Die Veranstaltung des „Wiener Bücherschmaus“ wird von der Bezirksvorstehung Mariahilf unterstützt.

Satire Lounge SGT (es geht eh)

Was die Welt bewegt, in satirischer Interviewkultur.
Erlesene News, Fakten, Fake, Life und Style!

Erleben Sie dieses Mal: Clara Wollebner (Chefmoderatorin), Bertel Nadolny (zweiter Chefmoderator) und als Gäste ein Mäh-Maniac, eine spezielle Waidfrau, eine Konfliktpädagogin, Herrn und Frau Österreicher im launigen Gespräch und, und, und …

IDEE, KONZEPT & AUSFÜHRUNG: Regina Adler & Andre Blau

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75 Jahre Hiroshima

In Erinnerung an die unzähligen Toten in Hiroshima und Nagasaki

Die Hiroshima-Gruppe Wien und weitere Initiativen organisieren am 75. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima, Donnerstag, 6. August 2020, 17:00 Uhr am Wiener Stephansplatz eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Atombombenabwürfe 1945 und die weiteren Opfer militärischer und ziviler Anwendung der Atomtechnologie sowie für die totale Abschaffung aller Atomwaffen.

„Ihre Gesichter waren komplett verbrannt, ihre Augenhöhlen leer, die Flüssigkeit aus ihren geschmolzenen Augen war über ihre Wangen geronnen.“ Pater Wilhelm Kleinsorge über seine Begegnung mit einer Gruppe von Soldaten, die ihm in den Trümmern von Hiroshima begegneten.

Foto des Atombombenabwurfes auf Hiroshima Zuvor wirft am 6. August 1945 um 8:15 Uhr Ortszeit der B-29-Bomber „Enola Gay“ – benannt nach der Mutter des Piloten Oberst Paul W. Tibbets – über dem Stadtkern von Hiroshima „Little Boy“ ab. Die Atombombe setzt die Zerstörungskraft von 15.000 Tonnen TNT frei. Es entsteht ein Feuerball mit einer Innentemperatur von über einer Million Grad Celsius. Noch in über zehn Kilometern Entfernung gehen Bäume in Flammen auf und die radioaktive Strahlung legt sich über die Stadt und ihre Umgebung.

Der Oberst wird sich Jahrzehnte später im Interview mit dem National Public Radio über den Abwurf der Bombe auf Hiroshima erinnern: „Ich sah den Himmel vor mir in allen Farben erstrahlen. (…) Und dort, wo wir auf dem Hinflug die Stadt gesehen hatten, sah ich nun nichts als brennenden Schutt, Feuer und Rauch.“ 1

50 Jahre nach dem Einsatz meint der Navigator der B-29, Theodore van Kirk: Hiroshima habe nach dem Abwurf der Bombe „wie ein Topf voll heißen, kochenden Teers“ ausgesehen.

Zwei Tage nach dem Fall der Bombe auf Hiroshima, am 9. August 1945, stürzt die Plutoniumbombe „Fat Man“ mit einer Sprengkraft von 22.000 Tonnen auf Nagasaki.

Beide Bomben bedeuteten für weit über 200 000 Menschen den Tod. Die Opfer in Hiroshima und Nagasaki sind vor allem ZivilistInnen und koreanische ZwangsarbeiterInnen.

Am 15. August 1945 um 16:00 Uhr hält Tennō Hirohito eine in ganz Japan ausgestrahlte Radioansprache, in der er die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs vor den Alliierten bekannt gibt.

Für eine starke Friedensbewegung

Die Weltuntergangsuhr steht 2020 auf 100 Sekunden vor 12! Diese Initiative von renommierten WissenschaftlerInnen warnt: „Wir sind so kurz vor Mitternacht und dem Weltuntergang so nah wie noch nie zuvor. Die Ursachen für diese für die gesamte Menschheit bedrohliche Situation sind Atomwaffen und Klimawandel.“

Es ist ein Gebot der Stunde, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen und sich nicht gemeinzumachen mit der oftmals einseitigen und undifferenzierten Berichterstattung der (Qualitäts-)Medien.

Literatur zum Thema Atomkrieg

Die folgenden Bücher stehen beispielhaft für die literarische bzw. philosophische Reflexion von Krieg und den Auswirkungen der Atombombe. Sie können über den „Wiener Bücherschmaus“ bezogen werden.

Karl Bruckner: Sadako will leben. G&G Verlag, 1. Neuauflage 2005. „Sadako Sasaki erlebt als Vierjährige den Atombombenabwurf über Hiroshima. Sie wird verschüttet. Ihr Bruder Shigeo kann sie befreien und beiden geschieht nichts. 10 Jahre später: Sadako, eine begeisterte Radfahrerin, wird bei einem Rennen von einer plötzlichen Schwäche befallen und es stellt sich heraus, dass sie an der Strahlenkrankheit leidet. Wie eine alte japanische Sage erzählt, wird man gesund, wenn man 1000 Kraniche aus Papier faltet. Sadako klammert sich an die Sage und an das Leben, selbst als die Ärzte sie aufgegeben haben. Unbeirrt arbeitet sie an den Kranichen, doch beim 990 versagen ihre Kräfte …“

Günther AndersIn die „Die Antiquiertheit des Menschen“ setzt sich der Philosoph und Schriftsteller Günther Anders mit dem vom Menschen gemachten technischen Fortschritt und seinen Auswirkungen auf Psyche und Gesellschaft auseinander. Er sieht den Menschen vom Fortschritt überfordert und darum als „antiquiert“. Die Welt wird durch Fernsehen und Rundfunk verfälscht wahrgenommen. Produkte stillen nicht Bedürfnisse, sondern wecken diese erst. Mit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zeigt der Mensch nahezu göttliche Macht und im Zeitalter der Technik wird alles, was machbar ist, auch gemacht.

Kurt Vonnegut schreibt in seinem Buch „Schlachthof 5″ über die Zerstörung von Dresden im Zweiten Weltkrieg, die er als amerikanischer Kriegsgefangener miterlebte. Vor allem schreibt er über die Zerstörung eines Menschen, der überlebte und darüber berichtet. „Das Buch ist voll von Anekdoten und Geschichten, die von der Absurdität des Daseins berichten und von der Grausamkeit, die Menschen einander fortgesetzt zufügen … Es ist ein Buch gegen die Unmenschlichkeit …“ Hans Sahl in „Die Welt der Literatur“.

An die Hölle Verraten: „Michael Herrs Kriegsbericht über Vietnam ist nicht nüchtern, ausgewogen, abgerundet. Er ist verzerrt: von den Verhältnissen, unter denen er schreibt, im Hubschrauber, im Schützengraben, im Bunker. Er meidet die Pressekonferenzen, auf denen die Generäle ihre Siege feierten, die in der Nacht zur Niederlage wurden. Herr macht sich gemein mit den Soldaten, die irgendwo aus dem Mittelwesten … zwangsverpflichtet wurden, im Dschungel Indochinas einen Gegner zu vernichten, dessen politische Ziele sie nicht einmal kannten.“ Hessischer Rundfunk. Ein Buch über die Realität des Krieges im 20. Jahrhundert, nicht nur in Vietnam.

1 Die Presse: 70 Jahre Hiroshima: „Ihre Gesichter verbrannt, ihre Augen leer.“

Gemeinfreies Foto des Atompilzes von „Little Boy“ über Hiroshima (6. August 1945) von George R. Caron – Diese Datei ist im Bestand der National Archives and Records Administration verfügbar, katalogisiert unter dem National Archives Identifier (NAID) 542192.

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„Coole Straßen“ und der Wiener Bücherschmaus

Das Projekt „Coole Straßen“ umfasst 22 Orte in Wien. Neben 4 dauerhaft umgestalteten „Coole Straßen“ sorgen weitere 18 Bereiche bis 20. September 2020 für Abkühlung.
In Wien Mariahilf befindet sich die temporäre „Coole Straßen“ am Hitze-Hotspot Christian-Broda-Platz, dem ehemaligen Mariahilfer-Platzl.

Coole Straßen am Christian Broda Platz mit vielen Büchern vom Wiener Bücherschmaus

Viele kostenlose Bücher am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf

Was steckt hinter dem Projekt „Coole Straßen“?

„Coole Straßen“ ist ein Projekt der Gemeinde Wien und der Mobilitätsagentur. Eine Einladung an alle Menschen, insbesondere aus der jeweiligen NachbarInnenschaft, zum Spielen, Entspannen, Abkühlen und miteinander Plaudern. Sozusagen ein Wohnzimmer im Freien. In Mariahilf wird das Projekt „Coole Straßen“ von Julian, Lilian und Tolgonay von der Mobilitätsagentur betreut.

Die Standorte der „Coole Straßen“ wurden auf Basis der Wiener Hitzekarte in Abstimmung mit den Bezirken ausgewählt. Die Wiener Hitzekarte zeigt, an welchen Orten in Wien Abkühlung am dringendsten nötigt ist. Darüber hinaus gibt die Karte auch Angaben über die Bevölkerungsstruktur und zeigt so, wo viele Kinder und ältere Personen leben, die besonders an den Folgen hoher Temperaturen leiden. Quelle: wien.gv.at

Damit man gerne verweilt, gibt es am Christian-Broda-Platz Liegestühle, einen Sprühnebel und viele Möglichkeiten zum Spielen und Basteln. Anfang August wird das Angebot durch die Anbringung von Sonnensegeln komplementiert.

Sommer und "coole Straßen"

„Coole Straßen“ und kostenlose Bücher

Im Rahmen der „Coole Straßen“ in Mariahilf wird eine Bücherbox mit Literatur zur freien Entnahme angeboten. Die Bücher für kleine und große Menschen werden vom „Wiener Bücherschmaus“ zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wird zu unserer Freude von vielen BesucherInnen und PassantInnen angenommen.

Infos zu noch mehr kostenlosen Büchern in Mariahilf gibt es hier: Verschenkbuchregale

Öffnungszeiten und Angebote von „Coole Straßen“

Geöffnet hat das Projekt „Coole Straßen“ in Mariahilf von Montag bis Freitag von 14:00 – 19:00 Uhr und am Samstag von 10:00 – 13:00 Uhr.

  • Montag: Riesenseifenblasen in den Himmel steigen lassen.
  • Mittwoch: Viele neue Bücher vom Wiener Bücherschmaus
  • Freitag: Basteln, Malen und Zeichnen

Das betreuende Team von „Coole Straßen“ freut sich über zahlreichen Besuch und Ihre / Deine Ideen und Anregungen. Die dazu erforderlichen Materialien werden, so sie den finanziellen Rahmen nicht sprengen, vom Team besorgt.

Neugestaltung des Christian-Broda-Platzes

Voraussichtlich 2021 wird der Platz neu gestaltet. Die Betreuung durch „Coole Straßen“ ermöglicht ohne zusätzliche Personalkosten eine Befragung. Alle NutzerInnen bzw. AnrainerInnen sind eingeladen, ihre Ideen und Wünsche für die Neugestaltung des Platzes bekannt zu geben. Zu diesem Zweck liegt ein Fragebogen auf.

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