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Radio SGT am 11. Juni 2018 mit Andre Blau und Regina Adler

Wie geht’s? Danke, es geht eh – mit Radio SGT.

Auch im Juni bietet das bewährte Moderationsteam André Blau und Regina Adlereue erlesene Satiren aus dem Studio Bücherschmaus im Sendesaal der Galerie KoKo. Mit Themen, die die Welt bewegen: News, Fakten, Fake, Life und Style. Noch immer offline. Und wieder mit musikalischem Überraschungsgast.

Wann: Montag, 11. Juni 2018 – 19:00 Uhr
Wo: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte, zum Beispiel für den Kauf der Koffer für „Bücher auf Rädern“.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung: Tel.: 0677/612 659 11 oder E-Mail.

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BEZIEHUNGS-WEISE – Wiener Bücherschmaus bei den Mariahilfer Bezirksfestwochen

Vom 25. Mai bis 28. Juni 2018 finden heuer wieder die Mariahilfer Bezirksfestwochen – „KUNST MIT 6″- statt.

Auch der „Wiener Bücherschmaus“ & Friends sind dabei und präsentieren 6 Musikstücke und 6 Texte im 6. Bezirk. Irrungen, Wirrungen – und die liebe Liebe, die beziehungs-weise macht, manche(n) auch zum/zur BEZIEHUNGS-WAISEN.

Wann:Mittwoch, 30. Mai 2018 – 19:00 Uhr
Wo: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien
Der Eintritt ist frei – wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung:
Tel.: 0677/612 659 11 oder E-Mail

Fotocredit: Alice Wang

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Kritische Literaturtage 2018

KriLit 2018

Bereits zum neunten Mal – heuer vom 11. bis 13. Mai 2018 – findet die KriLit, die Literaturmesse abseits des kommerziellen Mainstreams in Wien statt. Das Programm.

Unabhängige und (mittel)kleine Verlage aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum mit alternativen, gesellschafts- und sozialkritischen Büchern präsentieren ihr Sortiment. Auch politische Initiativen, die Zeitschriften und Broschüren herausgeben, sind dabei.
Ein ansprechendes Rahmenprogramm mit Buchpräsentationen, Lesungen, Podiumsdiskussionen etc. bei freiem Eintritt bringt interessierte BesucherInnen, AutorInnen und VerlegerInnen in Kontakt.

Mit Kinderbuchausstellung und (Vor)Leseecke „Yuki liest!“ Motto: Mutige Mädchen, starke Frauen.

Öffnungszeiten:
Freitag 11. Mai 14-20 Uhr
Samstag 12. Mai 12-20 Uhr
Sonntag 13. Mai 12-17 Uhr

KunstSozialRaum Brunnenpassage: Brunnengasse 71/Yppenplatz , 1160 Wien (U6 Josefstädterstraße)

Organisation: Mag.a Ulli Fuchs, Labor Alltagskultur
Mit freundlicher Unterstützung von VÖGB, MA 7-Literatur, ÖH Uni Wien, Schremser Bier

Das Programm der KriLit:

Die Krilit am Freitag 11. Mai

14 Uhr: Eröffnung durch die 100-jährige Autorin Elsie Slonim (Zypern)

DIE2: Mercedes Echerer präsentiert deren (Kinder-)Hörbuch „Mousie Longtail“
Verlagshaus Hernals: Mag. Elisabeth Schmidt präsentiert “Vom Brot im Meer – Die ersten hundert Jahre der Elsie Slonim“

15 Uhr: Tarantel- Lesetheater: „Revolution 1848 in der österreichischen Literatur“
Texte, Lieder und Couplets

!!!!! Kinderbuch …. 15.30 Uhr: Christine Rossegger (Graz) „Aber warum?“, fragte der kleine Fuchs.

16 Uhr: edition exil: Samuel Mago & Mágó Károly: „glücksmacher – e baxt romani“ Kurzgeschichten aus der Welt der Roma mit Live Musik.

17 Uhr: edition lex liszt 12: Nora Fuchs „Kind in einem verschwundenen Land“ (Humorvoller Roman über Kindheit in der CSSR)

18 Uhr: edition sonne & mond: Sonja Henisch, Manfred Stangl, Lieselotte Stiegler, Christian Zillner und Michael Benaglio lesen aktuelle Texte aus PAPPELBLATT – Zeitschrift für Literatur, Menschenrechte und Spiritualität

Abendveranstaltung
Beginn 20.30 Uhr
Weinhaus Sittl, 1160, Lerchenfelder Gürtel 51

Tribute to Heinz R. Unger (1938-2018)
“Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen”
Aus Anlass seines 80. Geburtstags sollte diese Sammlung politischer Gedichte aus vier Jahrzehnten erscheinen. Nun erscheint sie posthum.
Aus dem Buch lesen FreundInnen ihre Lieblingsgedichte: Ottwald John, Mitglieder der Schmetterlinge, Christina Zurbrügg…

Es singen : Chor Gegenstimmen
Chorleitung und Klavierimprovisation: Stefan Foidl

Die KriLit am Samstag 12. Mai

12 Uhr: Clowneske Intervention zum Kinderbuch „Die Kröte mit der Tröte“ von Georg Schneider.

13 Uhr: Verlag Guthmann-Peterson: Gespräch zum 30jährigen Verlagsbestehen mit Wolf Peterson. „Gibt es eigentlich eine Buch-Kultur? Was bedeutet es heute, Bücher zu verlegen? Welche Rolle können Bücher im Leben von Menschen spielen?“

14 Uhr: Verlag Bibliothek der Provinz: Robert Streibel präsentiert „Bora“, die historische Erzählung über den Widerstand zweier Wehrmachtssoldaten in Serbien 1943/44 von Louis Mahrer.

15 Uhr: edition taschenspiel: Ulrike Kozeschnik (Swennen-Schlick): „… beziehungsweise: Geschichten ohne Namen“

16 Uhr: Edition Atelier: Jorghi Poll präsentiert Alfred Bratt „Die Welt ohne Hunger“ (Roman, 1916)

17 Uhr: Die Buchmacherei: Dieter Braeg „Jakob Haringer- Du bist für keinen Stern, kein Glück geborn!“ (Abenteuerliche Lebensgeschichte des Literaten und Schnorrer-Königs)

18 Uhr: Die Redaktion „PS-Politisch Schreiben. Anmerkungen zum Literaturbetrieb“ liest aus der aktuellen (PS #3 „Imagination – Krise – Wirklichkeit”) und der kommenden Ausgabe zum Thema „Alter“.

Die KriLit am Sonntag 13. Mai

12 Uhr: Braumüller: Thomas Aiginger „Ausnahmezustand“ (Weltrevolution vom Yppenplatz)

13 Uhr: Mandelbaum Verlag: Eva Geber präsentiert Rosa Mayreder (1858- 1938) „Zivilisation und Geschlecht“

14 Uhr: Die Buchmacherei (Berlin): Dieter Braeg präsentiert „Eine Geschichte der Novemberrevolution. Vom Kaiserreich zur Republik“ von Richard Müller, Zeitzeuge & Räteaktivist.

15 Uhr: Edition Mokka: Yela Brodesser „Rote Erde“ (afrikanisch-ethnologischer Polit-Krimi-Roman)

16 Uhr: bahoe books: Georg Fingerlos „Der Erste Weltkrieg, die blutroten Kirschen von Graz und der Fenstersturz von St. Lorenzen 1921“

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80 Jahre Bücherverbrennung in Salzburg

Ein Gedenkort am Residenzplatz

Heute Abend wurde das Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in Salzburg auf dem Residenzplatz enthüllt. Entworfen wurde es von Fatemeh Naderi und Florian Ziller.

Es ist 2,40 Meter mal 2,40 Meter groß, hat die Höhe einer Sitzbank und kann gerne zum Verweilen und Reflektieren genutzt werden. Durch eine Glasplatte sichtbar ist das Skelett eines Buches und der folgende Hinweis:

„30. April 1938 Bücherverbrennung
Book Burning
Gegen das Vergessen
Never Forget“

30. April 1938

„Heute 20 Uhr Residenzplatz! Durch die symbolische Verbrennung jüdischer und klerikaler Bücher am Vorabend des Tages der deutschen Arbeit soll der Anbruch der nationalsozialistischen Revolution auch auf geistigem und kulturellem Gebiete zum Ausdruck gebracht werden. Das deutsche Salzburg ist zur Stelle! Heil Hitler!“ (Salzburger Volksblatt, 30. April 1938)

Nur wenige Wochen nach dem „Anschluss“, findet am Residenzplatz in der Salzburger Altstadt, wie lange Zeit angenommen, die einzige nationalsozialistische Bücherverbrennung in Österreich, der damaligen Ostmark, statt. Circa 1.200 Bücher aus Leihbüchereien, Buchhandlungen und privaten Haushalten bilden das Brennmaterial für den Scheiterhaufen. “Wie jüngere Forschungen ergaben, war sie aber nicht die einzige: Weitere Bücherverbrennungen im Jahr 1938 sind etwa aus Thalgau, Linz, Steyr, Villach und Bregenz bekannt.” Salzburg24

Der Spiritus Rector der Aktion ist der Lehrer, Schriftsteller und SS Mann Karl Springenschmid. Als Landesrat für Erziehung und Volkspropaganda übt er ab März 1938 maßgeblichen Einfluss auf die Politik im Gau Salzburg aus.

10. Mai 1933 – das Vorbild

Dem Salzburger Autodafé gehen im Deutschen Reich die Bücherverbrennungen rund um den 10. Mai 1933 voraus. Bereits damals landen die Werke österreichischer SchriftstellerInnen und Intellektueller auf den Scheiterhaufen: Neben vielen anderen AutorInnen: Franz Werfel, Joseph Roth, Gina Kaus, Sigmund Freud, Bertha von Suttner, Alexander Lernet Holenia, Arthur Schnitzler, Stefan Zweig oder die in Salzburg geborene Alex Wedding.

Die in Wien erscheinende „Reichspost – Unabhängiges Tagblatt für das christliche Volk“ äußert sich über die Bücherverbrennungen bei den deutschen Nachbarn am 17. Mai 1933 folgendermaßen: „Man kann in der Nationalsozialistischen Kunst und Literaturrevolution mancherlei kreuzende Strömungen und Gegenströmungen beobachten. Die eine, die innerhalb kurzer Zeit die die deutsche Volksseele vergiftende Asphalt- und Zersetzungsliteratur fremdrassiger und einheimischer Provenienz weggeschwemmt hat, ist im Namen deutscher Würde und Ehre wärmstens zu begrüßen.“

Austrofaschismus und Zensur

Der Austrofaschismus (1934 – 1938) leistet in Österreich, nicht zuletzt durch seine Zensurmaßnahmen, gegen linke AutorInnen eine gründliche Vorarbeit im Sinne des Nationalsozialismus.

Gisela Kolar schreibt in ihrer Diplomarbeit „Ein ‚Vorspiel‘: Die Wiener Arbeiterbüchereien im Austrofaschismus“: „Das Verbot der sozialdemokratischen Partei (1934) eröffnet der ‚Zentralstelle für Volksbildung‘ (ZV) im Unterrichtsministerium (BMU) neue Möglichkeiten und bringt erweiterte Aufgaben mit sich: Das bedeutete oder bedingte eine massenhafte Säuberung von Büchereien landauf, landab und seien es Büchersammlungen kleiner Freiwilliger Feuerwehren. Es mussten hunderte und aberhunderte sozialdemokratische Bildungseinrichtungen – hier Büchereien – die als Vereine existierten, aufgelöst und liquidiert werden. Es mussten Lokale geschlossen, Miet- und Personalverträge gelöst und allfälliges Vermögen beschlagnahmt und verwertet werden. Volks- und Arbeiterbüchereien mussten gesichtet werden, und ‚unerwünschte‘, aber nicht zwangsweise ‚verbotene‘ Literatur war auszusondern.‘“

Die Salzburger „Spielart“ der Bücherverbrennung

Anders als bei den Bücherverbrennungen 1933 legen die Verantwortlichen in Salzburg den Schwerpunkt nicht nur auf die Vernichtung der Literatur linker, pazifistischer und jüdischer AutorInnen. Ihr Augenmerk gilt auch der Auslöschung des Schrifttums aus dem katholischen, austrofaschistischen und legitimistischen Bereich. Weiterlesen

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WORKSHOP ZUM THEMA VORLESEN

Workshop für alle, die Kindern gerne vorlesen

Vorlesen weckt bei Kindern das Vergnügen an Literatur. Im Rahmen von theoretischen Inputs und vielen praktischen Übungen widmen sich die TeilnehmerInnen u.a. den Fragen: Nach welchen Gesichtspunkten können Bücher/Geschichten (Inhalte/Illustrationen) ausgewählt werden? Wie kann ich eine Vorlesesituation gestalten? Wie setze ich meine Stimme als Werkzeug ein? Eine Kooperation mit der Kultur- und Wissenschaftsinitiative „Der Duft des Doppelpunktes“.

Referentin: Maga. Petra Öllinger gemeinsam mit Herrn Fuchs und Igor. Psychologin, Autorin, Schreibcoach, ausgebildete Vorlesepatin, Absolventin des STUBE-Fernkurses für Kinder- und Jugendliteratur, zuletzt Clownseminar bei Rudi Hebinger und Stefan Grassl von Irrwisch.

Datum: Dienstag, 8. Mai 2018
Uhrzeit: 18:30-21:00 Uhr
Ort: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien
Teilnahmegebühr: Euro 22,00 / Person

Achtung: begrenzte TeilnehmerInnenzahl
Anmeldung telefonisch 0677/612 659 11
Anmeldung per Mail

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RADIO SGT

APRIL 2018 – RADIOSATIRE LIVE IN MARIAHILF

Neue erlesene Satiren aus dem Studio Bücherschmaus im Sendesaal der Galerie KoKo mit dem effektiv installierten Moderationsteam André Blau, Regina Adler und einem Überraschungsgast. Was die Welt bewegt, in gehobener Interviewkultur. News, Fakten, Fake, Life und Style! Einstweilen NOCH offline, doch gerade deswegen noch mehr live als live. Mega-, meta- und supra-live!

Wann: Montag, 23. April 2018 – 19:00 Uhr
Wo: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien

Der Eintritt frei – wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung: Tel.: 0677/612 659 11 oder E-Mail info@buecherschmaus.wien

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SGT – neue erlesene Satiren mit André Blau und Regina Adler

Mikrofondramen Der Gründonnerstagabend am 29. März 2018 um 19:30 Uhr steht ganz im Zeichen von „Radio SGT“ (es geht eh) und dessen erprobtem Moderationsduo André Blau/Regina Adler.

Genießen Sie die radio-aktive Fiktion auf der Bühne, ehe die mediale Realität die Fantasie überholt.

Was die Welt bewegt, in gehobener Interviewkultur. News, Fakten, Fake, Life und Style! Einstweilen NOCH offline, doch gerade deswegen noch mehr live als live. Mega-, meta- und supra-live! Als Gast an diesem Abend begrüßt das effektiv installierte Moderationsteam André Blau und Regina Adler den Liedermacher Valentin Lichtenberger.

Neue erlesene Satiren aus dem Studio Bücherschmaus im Sendesaal der Galerie KoKo

Wann: Donnerstag, 29. März 2018. Achtung: Beginnzeit diesmal 19:30 Uhr
Wo: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung:
Tel.: 0677/612 659 11 oder E-Mail.

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Österreichischer Vorlesetag 15. März 2018

„Mit dem Österreichischen Vorlesetag soll ein spürbarer Impuls für mehr Literatur im Alltag gegeben werden. … Mittlerweile beschäftigen sich viele Studien mit dem Thema Vorlesen und sie alle kommen zum gleichen Schluss: Vorlesen ist eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Grundlage, um das Lesen und Schreiben bei Kindern zu fördern.“ Quelle: Vorlesetag

Der „Wiener Bücherschmaus“ ist Teil des „Österreichischen Vorlesetag“ am Donnerstag, 15. März 2018. Alice und Irmi kredenzen mit ihrem Papierfigurentheater an diesem Nachmittag eine ganz besondere Suppe. Weiters sind mit dabei: ein Wolf, ein Huhn, viele weitere Tiere und eine große Menge Gemüse.

Für kleine Menschen zwischen 5 und 10 Jahren.

Uhrzeit: 16:00 Uhr – Dauer ca. 30 Minuten
Achtung Veranstaltungsort: Der „Wiener Bücherschmaus“ ist zu Gast in der Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien.

Der Eintritt ist frei – eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
T. 0677/612 659 11, E-Mail-Kontakt zum „Wiener Bücherschmaus“

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Texte und Chansons von Lili Grün und Ernst Spitz

Herr Prof. Günter Koch bietet unserem Veranstaltungsformat „Literatur am Montag“ in seiner Galerie KoKo eine neue Heimstatt und sichert so dessen Weiterbestand – der Wiener Bücherschmaus sagt herzlichen Dank!

„Wie schön es ist, von dieser Welt zu sein…“

Die Schriftstellerin Lili Grün und der Journalist Ernst Spitz, ein Liebespaar aus dem Wien der 30-er Jahre – Texte und Chansons

Lili Grün

Den Abend gestalten: Remi Brandner, Emilie Locatin, Andrea Pauli, Rosemarie Radtke, Konrad Rennert, Susanne Schneider vom Ersten Wiener Lesetheater

Wann: Montag, 29.Jänner 2018, 19 Uhr
Wo: Galerie KoKo, Mittelgasse 7, 1060 Wien

Näher Informationen über Lili Grün finden Sie hier im Bücherschmaus auf der Seite „Lili Grün“. Über das Leben von Ernst Spitz können Sie in einem Beitrag von David Axmann in der Wiener Zeitung nachlesen.

Ernst Spitz

Der Eintritt ist frei – Wir freuen uns über Spenden für unsere Leseförderprojekte.

Wegen des begrenzten Platzangebotes ersuchen wir um Reservierung:
Tel.: 0677/612 659 11 oder E-Mail: Wiener Bücherschmaus

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Lili Grün

Geboren 1904 in Wien; ermordet 1942 im Vernichtungslager Mali Trostinez.

Texte und Chansons von Lili Grün und Ernst Spitz
Den Abend gestalten: Remi Brandner, Emilie Locatin, Andrea Pauli, Rosemarie Radtke, Konrad Rennert, Susanne Schneider vom Ersten Wiener Lesetheater
Montag, 29. Jänner 2018, 19.00 Uhr in der Galerie KoKo, Mittelg. 7, 1060 Wien. Zur Veranstaltung.

Grüns Vater arbeitet als Schnurrbartbindenfabrikant, Parfümeriewaren- und Friseurbedarfsartikelhändler in Wien. Lili besucht die Volks- und Bürgerschule und erlebt bis zum überraschenden Tod ihrer Mutter, sie ist zu diesem Zeitpunkt elf Jahre alt, eine glückliche und behütete Kindheit.

Ihr zweiter Roman, „Loni in der Kleinstadt“ vermittelt eine Ahnung über das Danach. Er ist wie vieles aus ihrer Feder stark autobiografisch geprägt und wird 1935 bei Zsolnay veröffentlicht: „Damals hatte sich Loni schon daran gewöhnt, daß sich alle Leute heimlich verschworen hatten, nie mehr nett mit Loni zu sein. ‚Das Kind darf nicht verwöhnt werden‘, hört Loni und sie versteht, daß es ein Vorwurf gegen die tote Mutter ist, denn in einen anderen Satz heißt es: ‚Das Kind ist leider viel zu sehr verwöhnt worden …‘“

Vorerst absolviert Lili Grün eine Ausbildung als Kontoristin und nimmt Schauspielunterricht. 1921, sie ist 17 Jahre jung, gibt sie als ihren Beruf „Theaterelevin“ an.

1922 stirbt ihr Vater an den Folgen eines schweren Nierenleidens, das er sich als Soldat im Ersten Weltkrieg zugezogen hat.
Loni erinnert sich auch in diesem Zusammenhang: „Ich war immer so schrecklich allein, auch solange Vater noch gelebt hat. Er war ja immer so krank in den letzten Jahren. […] Jahrelang hat Vater mit mir nur über seine Schmerzen und über seine Medikamente gesprochen.“

Ende der 1920er Jahre verlässt Lili Grün voller Hoffnung Wien und wendet sich auf der Suche nach einer Fixanstellung am Theater nach Berlin. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise sind auch im Deutschen Reich stark spürbar. Um überleben zu können, arbeitet sie in einer Konditorei als Verkäuferin und Küchenhilfe.

Sie lernt die Berliner Kabarettszene kennen und gründet 1931 mit einer Reihe von jungen engagierten Künstlerinnen und Künstlern das politisch-literarische Kabarett „Die Brücke“. Anfang Mai kommt es zur Premiere. Ihr Auftritt bzw. das Programm wird von der Berliner Presse durchwegs positiv beurteilt. Als im Sommer die BesucherInnen ausbleiben, muss das Kabarett allerdings schließen.

Langsam stellen sich die ersten literarischen Erfolge ein. Gedichte und Kurzgeschichten werden im „Berliner Tageblatt“, im Berliner Magazin „Tempo“ und im „Prager Tagblatt“ abgedruckt.

Ab dem Winter 1931 hält Lili Grün sich wahrscheinlich wieder in Wien auf. Sie ist zu diesem Zeitpunk als Folge ihres Lebens in großer Armut bereits lungenkrank.
Um die Jahreswende 1931/1932 beginnt sie einen Roman, in dem sie ihre Berliner Erfahrungen verarbeitet. Robert Neumann, außer „Mit fremden Federn“ stehen alle seine Werke 1933 auf der „Schwarzen Liste“ und werden verbrannt, empfiehlt sie dem Zsolnay Verlag: Das Werk erscheint 1933 und trägt den Titel „Herz über Bord“. Die Wiener Presse reagiert auf ihren Romanerstling hingerissen.

Noch in diesem Jahr geht sie mit ihrem Lebensgefährten, dem Schriftsteller, Journalisten und Kabarettautor Ernst Spitz, er wird 1940 im KZ Buchenwald „auf der Flucht erschossen“, nach Prag und später nach Paris. Aus Prag schreibt sie an Ida Schreiber, der Prokuristin des Zsolnay Verlages, unter anderem Folgendes:
„Bis vor 2 Wochen habe ich mich [in] der süßen Illusion hingegeben, daß die Novemberabrechnung sogar einen Überschuß ergeben könnte und hatte, Sie werden lachen, die [hochstaplerierte] Idee mir einen Wintermantel zu kaufen.“

1934 gelangen Lili Grün und Ernst Spitz nach Paris. In einem Brief aus dem Sommer dieses Jahres teilt sie Ida Schreiber mit, sie hoffe, “daß trotz großen Geldmangels, beruflichen Sorgen und trotzdem ich nach allen Unglücksfällen mich schrecklich müde und erholungsbedürftig fühle, diese Stadt mich ein wenig aufpulvern wird und meine Feder beflügeln …!“.

Anfang 1935 zwingen sie ihr schlechter Gesundheitszustand und die ständigen Geldsorgen zur Rückkehr nach Wien. Allerdings stellt sich für sie die wirtschaftliche Situation in ihrer Heimatstadt um nichts besser dar als in Paris.

Sie lebt von den Tantiemen für ihre beiden Romane und gelegentlichen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften. Felix Costa vom Zsolnay Verlag bemüht sich um Unterstützung für die Autorin. Unter anderem wendet er sich an die Chefredakteure verschiedener Wiener Tageszeitungen mit der Bitte, ihre Manuskripte “mit besonderem Interesse zu prüfen“. Er schreibt weiter, “wenn wir alle zusammenhelfen, dass sie hie und da etwas verdient, könnte damit ein wirklich begabter und der Hilfe würdiger Mensch gerettet werden …“.

Durch eine vom Zsolnay Verlag initiierte Spendensammlung kommt sie in den Genuss eines Kuraufenthaltes in Meran.
In einem Brief berichtet Lili Grün Frau Schreiber: „Es gibt Augenblicke, in denen ich wirklich glücklich bin, wirklich glücklich. […] Ich kann mir selbst zusehen wie ich gesünder und ‚normaler‘ werde. Heute Nacht bin ich voll Erstaunen aufgewacht weil ich im Schlafe spürte, daß mir beim Umdrehen die Knochen nicht mehr weh tun. Es ist gar nicht mehr so leicht meine Rippen zu zählen. Ich habe bisher kg. 3,50 zugenommen. Das ist enorm viel in der kurzen Zeit. Allerdings bekomme ich Arseninjektionen und man stopft in mich hinein was gut und teuer ist. 2 Liter Milch im Tag, 1 Liter Cacao, Schlagsahne, Torten, Crème, Mayonnaise, … es ist unfassbar welche Unmengen mein Magen aufnehmen kann. […] Ich möchte Ihnen gerne sagen, wie sehr ich Ihnen danke, aber es klingt dumm und pathetisch.“

Ihr letzter Roman wird unter dem Titel „Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit“ zwischen Dezember 1936 und Januar 1937 in 37 Fortsetzungen im „Wiener Tag“ veröffentlicht.
Mit der Besetzung Österreichs im März 1938 hat Lili Grün keine Möglichkeit mehr zu veröffentlichen.

Verarmt und lungenkrank bietet sich ihr keine Möglichkeit auf Emigration. Sie wird am 27. Mai 1942 mit 981 weiten österreichischen Jüdinnen und Juden deportiert und am 1. Juni 1942 im weißrussischen Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet.

Fast hätten sich die Befürchtungen René Schickeles, die er seinem Tagebuch 1933 im französischen Exil anvertraut, für Lili Grün bewahrheitet: „Wenn es Goebbels gelingt, unsere Namen von den deutschen Tafeln zu löschen, sind wir tot. Gespenster in der Diaspora, in der wasserarmen Provinz. Schon die nächste Generation wird nichts mehr von uns wissen.“


Hilde Spiel
meint Jahrzehnte nach dem Ende des Dritten Reiches über die Schrfitstellerin: „… ein rührendes Mädchen, das mit seinem zarten Roman ‚Herz über Bord‘ zum ersten Mal in dem fatalen Jahr 1933 hervortrat. Ihre Lebensgeschichte bliebe im Dunkeln, und sie wäre vom Erdboden weggewischt, als hätte es sie nie gegeben, würde ihrer hier nicht Erwähnung getan.“ Hilde Spiel, Die zeitgenössische Literatur Österreichs, 1976.

Dass ihre Bücher heute wieder außerhalb von Flohmärkten und Antiquariaten entdeckt werden können, ist vor allem der Literaturwissenschafterin Anke Heimberg sowie Britta Jürgs mit ihrem Aviva-Verlag zu danken.

Der Journalist Deniz Yücel schreibt 2015 in der „taz“ unter dem Titel „Ich bin so scharf auf Seele“, man könne Lili Grüns Werk für „zeitgenössisch“ halten. Er sieht in ihm: „… präzise und gefühlvolle Beschreibungen des Großstadtlebens, humorvoll und selbstironisch erzählt, leicht melancholisch, ziemlich keck und sehr berührend. Ein Werk der Neuen Sachlichkeit, kühler als Mascha Kaléko, fröhlicher als Marieluise Fleißer, nah an Irmgard Keun und zuweilen – so im hinreißenden ‚Dialog mit Reflexionen‘ – auch an Kurt Tucholsky.“

Seit wenigen Jahren erinnert im zweiten Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt, sowohl ein Gedenkstein in der Heinestraße 4 als auch der Lili-Grün-Platz im Bereich Klanggasse / Castellezgasse an die Schriftstellerin.

LITERATUR:
Über die Buchhandlung des Wiener Bücherschmaus – Verein für Leseförderung und Buchkultur können sie folgende Titel bestellen.

Lili Grün: Zum Theater! Roman, Aviva Verlag, gebunden, 216 S., ISBN: 978-3-932338-47-2, € 18,00
Lili Grün: Mädchenhimmel! Gedichte und Geschichten, Herausgeberin Anke Heimberg, Aviva Verlag, gebunden, 220 S., ISBN- 978-3-932338-58-8, € 18,00
Lili Grün: Alles ist Jazz. Roman, Herausgeberin Anke Heimberg, Aviva Verlag, gebunden, 224 S., m. Abb., ISBN- 978-3-932338-36-6, € 18,00. Originaltitel: Herz an Bord
Lili Grün: Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit … Herausgegeben und mit einem Nachwort von Anke Heimberg. Aviva Verlag 2016, gebunden, 224 S., ISBN- 978-3-932338-86-1, € 18,00.
Fatzinek, Thomas: Schwere Zeiten. Das Leben der Lilli Grün, Bahoe Books 2016, kart., 80 S., 440 Abb., 978-3-903022-41-6

Andreas Hutter: Rasierklingen im Kopf. Ernst Spitz – Literat, Journalist, Aufklärer. Eine Biografie und ein Lesebuch. Mandelbaum Verlag, Wien 2005, 301 Seiten. Nur mehr antiquarisch erhältlich.

Foto: Buchcover – Fatzinek, Thomas: Schwere Zeiten. Das Leben der Lilli Grün, Bahoe Books 2016.

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