Exilliteratur
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Irmgard Keun (1905 – 1982)

Exillitertur – Teil 2

Irmgard Keun wäre heuer am 6. Februar 114 Jahre alt geworden. Sie ist Mitte zwanzig, als ihr 1931 mit ihrem Romanerstling „Gilgi, eine von uns“ der literarische Durchbruch gelingt.

Irmgard Keun Wenn wir alle gut wären Ihre Werke entsprechen so gar nicht dem nationalsozialistischen Frauenbild, in dem Haushalt und Mutterschaft eine zentrale Rolle einnehmen. Trotz alledem versucht man, sie für die Sache des Nationalsozialismus zu gewinnen. Sie lehnt entschieden ab. Letztlich werden ihre Bücher als Asphaltliteratur gebrandmarkt und gehen auf den Scheiterhaufen des Jahres 1933 in Flammen auf. Wegen des Verbotes ihrer Bücher meldet sie Ende 1935 Schadenersatzansprüche beim Landgericht Berlin an. Die Antwort des NS-Staates wird ihr in Form von Verhaftung und Verhören präsentiert. Sie kommt frei und flieht. In Ostende trifft sie Egon Erwin Kisch, Ernst Toller, Stefan Zweig und Joseph Roth. Über Letzteren schreibt sie später: „Joseph Roth war der einzige Mann, der mich je gefesselt hat, so daß manches Wort von ihm in meiner Seele Wurzeln schlug.“ 1938 trennt sie sich von Roth und reist in die USA. Zurück in Europa erlebt sie 1940 den Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Amsterdam. Mit falschen Papieren kehrt sie ins Deutsche Reich zurück. Die Falschmeldung über ihren Selbstmord, der durch die internationale Presse geht, ist ihr bei diesem Unterfangen hilfreich. Sie erlebt das Ende des nationalsozialistischen Regimes im Deutschen Reich.

1950 veröffentlichte sie ihren letzten Roman: „Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen“. Der Erfolg bleibt aus. Auch die Neuauflagen ihrer älteren Romane verkaufen sich schlecht.Letztlich verzweifelt sie zusehends und trinkt immer mehr: „Ich will fort von hier. Ich hasse es, hier zu sein – so hoffnungslos vergiftet und verschlammt ist alles hier.“
Wenige Jahre vor ihrem Tod, sie stirbt 1982, erlebt sie noch die Renaissance ihrer Bücher und wird mit dem Marieluise-Fleißer-Preis ausgezeichnet.

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