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Der Krieg mit den Molchen

Zeitloser Schrecken durchkomponiert

Die Küste von Port Arthur in Texas bis Mobile (Alabama) wird von einer Sturzwelle überschwemmt. Infolge eines Erdbebens verlässt der Jangtse sein Flussbett und wältzt seine Wassermassen in Richtung Hangtschou. „Die Verluste an Menschenleben lassen sich vorläufig nicht einmal annähernd abschätzen.“ Klingt nach aktueller Klima-Wandel-Folge? Erinnert an einen Katastrophenfilm à la „The Day After Tomorrow“?

Die oben erwähnten Szenen sind die Folgen eines speziellen Krieges in Karel Čapeks Science Fiction Roman „Der Krieg mit den Molchen“, der bereits 1936 ausgefochten wurde. Der satirische Blick des tschechichen Autors auf menschliche Dummheit, Habgier, Nationalismus und Herrenmenschentum lässt keinen Zweifel an dessen realistischen Blick auf das sich anbahnende politische Unheil. Karel Čapek verfasste in seinem relativ kurzen Leben (1890-1938) eine Vielzahl an literarischen Arbeiten (Prosawerke, Theaterstücke, Reisberichte …). Einige davon werden der SF-Literatur zugeordnet wie z. B. das Drama„R.U.R“ oder „Der Krieg mit den Molchen“ (dieser wurde in die „UNESCO“-Sammlung von 1060 repräsentativen literarischen Werken aufgenommen). In drei Büchern wird darin der fatale Verlauf der Verbindung zwischen den Menschen und den Molchen geschildert.
Van Toch (eigentlich Vantoch, geboren in Jevičko), Kapitän eines holländischen Schiffes, und seine Besatzung stoßen vor Sumatra auf eine unentdeckte Molchart.
Die Tiere sind gelehrig und arbeitsam, schnell werden sie „zum globalen Wirtschaftsfaktor: hochintelligente Arbeitssklaven, die an den Börsen in Kategorien wie ‚leader‘ oder ‚trash‘ gehandelt werden und der Menschheit eine Ära nie gekannten Fortschritts bescheren“.
Im zweiten Buch schreiten die Molche entsprechend seines Titels „Stufe um Stufe zur Zivilisation“. Die Diskussion um das Molchschulwesen und welche Sprache sie lernen sollen ist hier nur eine brisante Frage neben jener, die sich der Gleichberechtigung der Salamander oder dem Salamanderkult widmet. Doch der Konflikt zwischen den beiden Spezien geht unaufhaltsam auf sein katastrophales Höhepunkt zu.
Im dritten Buch kommt es zum Krieg mit den Molchen, die sich, hochgerüstet und finanziell unterstützt von diversen menschlichen Investoren und Machthabern, gegen ihre Ausbeuter zur Wehr setzen und unaufhaltsam Gebiete für sich einnehmen: Sie graben den Menschen das Land ab, um u.a. Seichtgewässer, Habitate für die Molche, zu gewinnen. Im letzten Kapitel wird die Idee entwickelt, ob nicht ein Molche-gegen-Molche-Krieg das Unheil von den Menschen abwenden könnte …

Das erste Buch trägt den Namen Andrias Scheuchzeri und Čapek spielt damit auf die ausgestorbene Riesensalamanderart an, dessen fiktive Nachfahren die Protagonisten in Karel Čapeks Roman sind. Dass einer der Akteure den Namen Andrew Scheuchzer trägt, ist nur einer der vielen Anspielungen u.a. zur Wissenschaft, mit denen der Autor meisterlich jongliert. Neben diesen inhaltlichen Merkmalen sind es die unterschiedlichen Textsorten, die das „Schreibratgeber“-Prinzip „Zeigen, nicht erzählen“ (humorvoll) auf die Spitze treiben und originelle Erzählperspektiven erlauben. So wird die Einladung des Centre universitaire de Nice von Dr. Charles Mercier, eines hochgelehrter Molchs aus dem Hafen von Toulon, in Form eines Feuilletons (inhaltlich und gestalterisch) präsentiert.

Hans Tichas zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Illustrationen „sind mehr als nur schmückendes Beiwerk“ wie Alfred Ohswald in seiner Rezension 2004 festhält. Der Maler, Graphiker und Buchillustrator setzt Čapeks Text (im Pressetext heißt es treffend „parodistische Materialsammlung quer durch alle Textsorten“) grafisch mannigfaltig um. Die unterschiedlichen Stilrichtungen umfassen eine große Bandbreite, die verschiedenen Typographien gestaltete er gemeinsam mit Peter Birmele: Zeitungsausschnitte, Telegramme, mit einer Schreibmaschine verfasste Protokollaufzeichnungen, Fußnoten, wissenschaftlich anmutende Zeichnungen, Bilder, auf denen Lochstreifen, Fotos und Vermessungsparameter zu einer Collage zusammengefügt werden, Grafiken in Pop-Art. Wenn ein Steuerexekutor an einem Laternenpfahl aufgehängt wird, so findet sich im Roman-Text die Tafel, die der Gelynchte um den Hals trägt, mit den hingepinselten Worten „Fort mit den Molchen“.

Ein textlich und graphisch perfekt durchkomponiertes Werk, dessen Inhalt erschreckend zeitlos ist.

Petra Öllinger

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen
Hans Ticha: Illustrationen, Typographie (gemeinsam mit Peter Birmele)
Originaltitel „Válka s mloky“
Aus dem Tschechischen von Eliška Glaserová
Gebunden, mit Illustrationen in Schwarz-Weiß und Farbe, mit Lesebändchen
Edition Büchergilde, Frankfurt 2016
Die 1987 im Aufbau Verlag und 1989 in der Büchergilde erschienene und von Hans Ticha gestaltete Ausgabe erscheint seit Herbst 2016 als Reprint in der Edition Büchergilde.
328 Seiten, € 25,70 (Ö)

Über Karel Čapek
Werkstattgespräch mit Hans Ticha
Einblick in das Schaffen von Hans Ticha

© Cover: Edition Büchergilde / Illustrator

Als Beitragsbild fungiert ein Selbstbildnis von Karel Čapek: Self-made cartoon of Karel Čapek (1890 – 1938), Czech writer. Source Rozpravy Aventina, year 1925-26, issue 1, digitized by Czech Academy of Sciences. Author Karel Čapek (1890 – 1938)

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Newsletter Februar 2017

Auch im Februar erwarten Sie bei uns viele neu eingetroffene Bücher sowie zwei literarische Veranstaltungen.

Wenn gegen Mitte des Monats in unserer Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ das Schicksal zweier Frauen, von der Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart in „Eine ungeplante Reise nach Wien“ lebendig wird, beschließen wir den Februar mit einer ordentlichen Portion „Kriminellem“ von Günter Zäuner.

  • Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien: Mo., 13. Februar 2017 – 19:00 Uhr
  • GüntherZäuner, Die Rache des Rembetiko: Mo., 27. Februar 2017 – 19:00 Uhr
  • Vorschau März: Chris Moser, Viva la Rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand: Mo., 13 März 2017 – 19:00 Uhr

Alle Veranstaltungen finden, so nicht anders angegeben, in der Buchhandlung des Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien um 19:00 Uhr statt.

DER EINTRITT IST FREI – SPENDEN FÜR DIE LESEFÖRDERPROJEKTE DES WIENER BÜCHERSCHMAUS ERBETEN.

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR GENERELL UM RESERVIERUNG.

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird von der Bezirksvorstehung Mariahilf unterstützt. Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

13. FEBRUAR 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – EINE UNGEPLANTE REISE NACH WIEN

Cover Eine ungeplante Reise nach Wien Ingrid Walter studierte Kunstgeschichte und Amerikanistik. Neben intensiver Beschäftigung mit dem Leben deutschsprachiger Schriftstellerinnen im amerikanischen Exil: „Dem verlorenen nachspüren“, ist sie selbst literarisch tätig.

Zur Vorstellung von „Eine ungeplante Reise nach Wien“ kommt sie direkt aus Frankfurt in den Wiener Bücherschmaus.

Der Roman bietet den in Wien beheimateten LeserInnen die Möglichkeit, ihre Stadt aus dem Blickwinkel einer Fremden kennenzulernen. Zusätzlich führen wir an diesem Abend Frankfurt und Wien mit Bethmännchen und Sachertorte auch kulinarisch zusammen.

„Eine ungeplante Reise nach Wien“ wurde im Herbst 2016 im Größenwahn Verlag veröffentlicht: „Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen die Enkelin nach Wien, wo die Großmutter während der Nazizeit eine gefeierte Operettensängerin war. Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt: Cafés, Hotelkulissen, Opernhäuser und das Wiener Flair versetzen Judith in vergangene Epochen zurück.“

„Ingrid Walter inszeniert ein farbenprächtiges Wiener Dekor und bettet darin die Geschichten zweier strahlender Frauen: Auf der einen Seite die der gefeierten Operettensängerin in der Nazizeit, verlobt mit einem jüdischen Tenor, und auf der anderen, Jahre später, die der Enkelin, die nicht nur ein Stück verschütteter Familiengeschichte entdeckt, sondern auch sich selbst.“

Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien
250 Seiten, Euro 22,60
Größenwahn Verlag
ISBN: 978-3-95771-110-6

27. FEBRUAR 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – DIE RACHE DES REMBETIKO

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Günther Zäuner Die Rache des Rembetiko Der Journalist und Autor Günther Zäuner greift in seinen Kriminalromanen immer aktuelle Themen auf. Diesmal steht die Situation der Flüchtlinge in Griechenland im Fokus seines Buches. Eine gute Gelegenheit, den Autor persönlich kennenzulernen und ein signiertes Buch mit nach Hause zu nehmen!

Günther Zäuner und sein Krimi-Held, der Wiener Journalist Heinz Kokoschansky, führen Sie diesmal nach Griechenland: „Die Bilder der Flüchtlingskatastrophe lassen Kokoschansky nicht los. So reist er nach Idomeni, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Plötzlich taucht in Griechenland die ROR auf, die Revenge of Rembetiko: eine Organisation, die im Land Ausschreitungen und Krawalle organisiert. Kokoschansky geht den wenigen Spuren nach und stößt auf ein europaweit verzweigtes Netzwerk, dessen Fäden tief in die Politik hineinreichen. Als sein griechischer Freund Evangelistos spurlos verschwindet, weiß Kokoschansky, dass er den Hintermännern schon sehr nahe gekommen ist.“

Günther Zäuner wurde 1957 in Wien geboren. Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Zeitgeschichte; musikalische Ausbildung. Freier Schriftsteller, Dokumentarfilmer, Journalist; Autor der erfolgreichen „Kokoschansky“-Thriller; mehrere Sachbücher; spezialisiert auf organisierte Kriminalität, Geheimdienste, Drogen, Sektenunwesen, Rechtextremismus, Terrorismus und Politik; schreibt Drehbücher und Theaterstücke; Verfasser zahlreicher Kurzkrimis in Anthologien; Gestalter zahlreicher TV-Beiträge und Dokumentationen.

Mitglied im PEN-Club Österreich, Österreichischer Schriftstellerverband, Syndikat (Autorenvereinigung für deutsprachige Kriminalliteratur), IG Autoren, AIEP.

Günther Zäuner, Die Rache des Rembetiko
300 Seiten, Euro 12,90
Federfrei Verlag
ISBN: 978-3903092501

VORSCHAU MÄRZ

Chris Moser, bekannt wurde er durch seine Rolle im Tierschutzprozess, liest am Mo., 13 März um 19:00 Uhr aus seinem im Kyrene.Literaturverlag erschienenen Buch „Viva la Rebellion“ im Wiener Bücherschmaus.

Ein Beitrag vom Dezember 2016 über Chris Moser im Standard.

Chris Moser, Viva la Rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand
ca. 120 S., Euro 12,50
Kyrene Verlag
978-3-902873-58-3

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Literatur am Montag – Eine ungeplante Reise nach Wien

Ein literarischer Abend mit Ingrid Walter

Wann: 13. Februar 2017 – 19:00 Uhr
Wo: Wiener Bücherschmaus: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – Spenden für das Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ erbeten.
WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR UM RESERVIERUNG: Kontakt

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

Ingrid Walter studierte Kunstgeschichte und Amerikanistik. Neben der Beschäftigung mit dem Leben deutschsprachiger Schriftstellerinnen im amerikanischen Exil: „Dem verlorenen nachspüren“, ist sie als PR-Fachfrau, Journalistin und Autorin tätig.

Cover Eine ungeplante Reise nach Wien Zur Vorstellung von „Eine ungeplante Reise nach Wien“ kommt sie direkt aus Frankfurt in den Wiener Bücherschmaus.

Der Roman bietet den in Wien beheimateten LeserInnen die Möglichkeit, ihre Stadt aus dem Blickwinkel einer Fremden kennenzulernen. Zusätzlich führen wir an diesem Abend Frankfurt und Wien mit Bethmännchen und Sachertorte auch kulinarisch zusammen.

„Eine ungeplante Reise nach Wien“ wurde im Herbst 2016 im Größenwahn Verlag veröffentlicht: „Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen die Enkelin nach Wien, wo die Großmutter während der Nazizeit eine gefeierte Operettensängerin war. Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt: Cafés, Hotelkulissen, Opernhäuser und das Wiener Flair versetzen Judith in vergangene Epochen zurück.“

„Ingrid Walter inszeniert ein farbenprächtiges Wiener Dekor und bettet darin die Geschichten zweier strahlender Frauen: Auf der einen Seite die der gefeierten Operettensängerin in der Nazizeit, verlobt mit einem jüdischen Tenor, und auf der anderen, Jahre später, die der Enkelin, die nicht nur ein Stück verschütteter Familiengeschichte entdeckt, sondern auch sich selbst.“

Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien
250 Seiten, Euro 22,60
Größenwahn Verlag
ISBN: 978-3-95771-110-6

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Radio Mariahilf

Mikro(fon)dramen – Satire live

Vorsicht! Radio aktiv!

Mikrofondramen Radiosendungen sind üblicherweise informativ, unterhaltsam und von anregender Seriosität begleitet. Doch ab nun ist alles anders! Denn Moderatoren sind auch nur Menschen samt ihrer kleinen und größeren Schwächen und vor allem mit verhaltensoriginellen Gästen.

Radio Mariahilf präsentiert Mikro(fon)dramen, erlesene satirische Dialoge und Texte, erschrieben und auf die Bühne gebracht von Regina Adler und Andre Blau. Sketches, Kabaretttistisches, Musikalisches und Skurriles zum Tag.

Radio Mariahilf ist erlesene Unterhaltung, dementsprechend der Ort des Geschehens:

Wiener Bücherschmaus: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
Montag, 30. Jänner 2017 – 19.00 Uhr

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR UM RESERVIERUNG: Kontakt

Inhaltliches
Das Radioleben könnte so schön sein, wären da nicht diese entsetzlichen Interviewpartner, die unsere Chefmoderatorin Clara Wollebner an den Rand ihres Verstandes und weit darüber hinaus treiben.
Als Gäste im Studio u.a.: Herr Seedlack, Glücksbringer; Revierinspektor Gantz, Exekutivbeamter; Mag. Pökelmann, Humorforscher; Thomas Ranflasits, Europameister; und viele andere …
Genießen Sie die radiotische Fiktion auf der Bühne, ehe die mediale Realität die Fantasie übertrifft. Wir garantieren für abwechslungsreiche Sendungen, die für den Hörfunk alleine eigentlich viel zu schade sind.

Das Buch zum Stück: Andre Blau: „Das alte Meer und das linkshändige Schwein über dem Dach meines Heimathauses“ – Mikro(fon)dramen (M.A.D.-Verlag, 2014, ISBN: 978-3-9503146-4-9)

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Als die Esel Tango tanzten …

Anregung zum Fabulieren

Wer denkt bei „Seinen Senf dazugeben“ an Rehe mit Flügeln? Wem kommt bei „Bekannt sein wie ein bunter Hund“ ein Pferd mit rosa Hut in den Sinn? Und wie sieht es aus bei „Auf heißen Kohlen sitzen“? Na? Vielleicht ein blaues Telefon?

Lustvoll und bunt macht die Illustratorin und Buchkünstlerin Stefanie Harjes den Anforderungen des Mainstream-Bilderbuchmarktes (lineare Erzählstruktur, „schöne“ Bilder, kindgemäß, „Ist das eh pädagogisch wertvoll?“ …) einen Strich durch die Rechnung.

Auf je einer Doppelseite widmet sie sich – ohne Text! – einer Redewendung und ihrem Gegenteil: Wer seinen Senf nicht dazugibt, hält hinter dem Busch; zum bunten Hund gesellt sich das Mauerblümchen; statt auf Kohlen zu sitzen, fühlt man sich pudelwohl. Und die titelgebenden Esel tanzen entweder nach jemandes Pfeife oder sind stur wie ein – Esel.

Bei jedem der zwölf Sprichwörter öffnet Stefanie Harjes ein Potpourri an Assoziationen, das schon beim Inhaltsverzeichnis beginnt: Statt Seitenzahlen finden sich Ausschnitte aus den jeweiligen Bildern. Der Reiz der Illustrationen liegt einerseits in der Vielfalt an Techniken: Blei-, Farb- und Filzstift, Kugelschreiber, Öl- und Acrylfarben u.v.m. Andererseits löst die Gestaltung der Seiten beim Betrachten einen Ideensturm aus: Bildausschnitte, verschiedene Papiersorten, Fingerabdrücke, Stoffteile fügen sich collagenartig zusammen. Eindeutige Erklärungen gibt es nicht; dafür Freiraum und Leerstellen fürs eigene (Weiter-)Fabulieren.

Petra Öllinger

Stefanie Harjes (Text & Illustration): Als die Esel Tango tanzten …
Mit einem Nachwort der Kinderphilosophin Kristina Calvert.
Mixtvision, München 2016
Gebunden, mit Leinenrücken, durchgängig farbig illustriert
32 Seiten, € 15,40.- (Ö). Ab 3 J.
Über Stefanie Harjes

© Cover: Mixtvision Verlag / Illustratorin

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Olli und der Weihnachtsmann

Am vergangenen Montag (12.12.2016) gab es von NachbarInnen und FreundInnen des „Wiener Bücherschmaus“ Winterlich-Weihnachtliches zu hören – ein herzliches Dankeschön an alle Lesenden – René Merten, Irmi Schentz, Susanna Muhr, Martin Knoflach und Michael Karjalainen-Dräger – sowie an Alice Wang (Harfe und Flöte) und Barbara Haider (Flöte).
Das Publikum machte sich u.a. auch gemeinsam mit Michael Karjalainen-Drägers Helden Olli auf die Suche nach dem SUPERhelden: dem Weihnachtsmann.

Wir freuen uns, dass es die Geschichte um Olli und seine Familie nun auch als e-Book – mit Illustrationen von Irmi Studer-Algader – und als Hörbuch gibt. Bestellmöglichkeiten von „Olli und der Weihnachtsmann“ sowie weitere Texte von Michael Karjalainen-Dräger finden Sie hier.

Inhalt:
„An einem heißen Sommertag brechen Olli, sein Bruder Mikko und ihre Mutter überhastet aus Wien auf. Ollis Vater ist vor über einem Jahr aus ihrem Leben verschwunden und die Jungs haben seither nichts mehr von ihm gehört. Deswegen ist seine Mama immer traurig und sein Bruder immer wütend. Olli möchte daher am liebsten Superman sein, um den beiden mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können. Ihre Ferienreise geht nach Finnland, der Heimat seiner Mutter. Dort ist es auch schon im Sommer herbstlich kalt. Bald stellt sich heraus, dass Ollis Mama mit ihnen gar nicht mehr nach Österreich zurückkehren will. Wie gut, dass Olli auf einem Plakat am Flughafen einen Superhelden namens Weihnachts-mann entdeckt hat, den er unbedingt kennen lernen will! Noch dazu lebt Olli ja mit seiner Familie nun in Roavaniemi, ganz in der Nähe des Weihnachtsmanndorfes am Polarkreis. Er schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann, in dem er sich wünscht, dass seine Mutter weniger traurig und sein Bruder weniger wütend ist. Außerdem soll er ihm seinen Papa wieder zurückbringen. Dafür möchte er auch auf alle weiteren Weihnachtsgeschenke verzichten. Als er keine Antwort bekommt, nimmt er eines Tages allen Mut zusammen, klaut seiner Mutter das Kleingeld für die Busfahrt und macht sich alleine auf den Weg zum Weihnachtsmanndorf. Dort angekommen steht der Weihnachtsmann auf einmal vor ihm – und diese Begegnung verändert sein ganzes Leben. Das erste aber, was der Weihnachtsmann an diesem Abend macht, ist, dass er Olli schleunigst nach Hause bringt. Dann verspricht er, sich um Ollis Wünsche zu kümmern. Noch ehe Weihnachten ist, steht Ollis Papa plötzlich vor der Tür. Er hat eine neue Frau an seiner Seite, was vor allem Mikko total wütend macht. Auch Ollis Mama, die seit sie den Weihnachtsmann persönlich kennengelernt hat, wiederum fröhlicher geworden ist, weint plötzlich wieder. Da kann nur einer helfen: Ollis neuer Superheld, der Weihnachtsmann! Wie gut, dass er zu ihm schon einen heißen Draht hat und Weihnachten bald vor der Tür steht!“

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Wir bitten vor den Vorhang …

… kleine Geschäfte bzw. NahversorgerInnen und sozial engagierte Initiativen. Diese haben im Rahmen unseres Projektes „Auslagentausch“ die Möglichkeit, ihre Angebote in einem unserer Schaufenster für einen Monat zu präsentieren.

Die Firma BioPichler präsentiert sich in der Buchhandlung Wiener Bücherschmaus Manfred Pichler, Biobauer und jeden Donnerstag mit seinem Stand vor der Gumpendorfer Kirche zu finden, war einer der ersten, der die Idee des „Wiener Bücherschmaus“ unterstützte. Fleißig verteilte er in den letzten eineinhalb Jahren die Infos über unsere Buchhandlung und Leseförderinitiative unter seinen KundInnen.
Im Herbst gestaltete Claudia Brenner eine Auslage im „Wiener Bücherschmaus“ mit Produkten aus BioPichlers Landwirtschaft.

Zuhause ist die Familie Pichler im Mostviertel. Ihr Hofladen kann in Loitsbach / 3240 Mank von Montag – Freitag von 16:00 Uhr – 19:30 Uhr und am Samstag von 9:00 Uhr – 14:00 Uhr besucht werden.

Wir haben abschließend die Gelegenheit genutzt, und Herrn Pichler über seinen Alltag als Biobauer und Marktfahrer befragt.

6 Fragen rund um das Thema Biolandwirtschaft

Was bieten Sie alles am Wochenmarkt vor der Gumpendorfer Kirche an?
Am wichtigsten ist sicher das frische Brot und die Dinkelweckerl. Beim Brot gibt’s das Bauernbrot und ein reines Dinkel- und ein reines Roggenvollkornbrot. Ebenso aus eigener Produktion sind die hausgemachten Teigwaren. Ob Dinkel, Hartweizen, Roggen oder Buchweizen, alle Nudeln werden direkt am Hof produziert. Auch verschiedene Mehle und Saaten biete ich an. Die Apfelsäfte und der Most kommen von guten Freunden und Biobauernkollegen. Ein weiterer sehr wichtiger Artikel ist der Bio-Honig. Seit Neuestem biete ich auch Geselchtes und Rindersaftschinken an. Marmelade, eingelegtes Gemüse und Frischgemüse nach Saison runden das Angebot ab.

Wie gestaltet sich Ihr Tagesablauf am Markttag?
Um 5.00 Uhr stehen wir auf. Meine Frau bereitet den Brotteig und ich schlichte die Waren in die Kisten. Danach versorge ich die Kühe und Hühner mit Futter und Einstreu. Um 7.00 Uhr ist das Brot fertig. Ich muss es daher aus dem Backofen holen. Nach dem Duschen und Anziehen verlade ich alle Waren ins Auto und fahre um 7.50 Uhr Richtung Wien. Dort soll um 9.00 Uhr der Markt beginnen. Wir haben ein Zelt und die mitgebrachten Tische müssen aufgebaut werden. Für mich ist der Kontakt zu den Kunden sehr wichtig, und daher gehört zum Verkauf immer auch ein kurzes Gespräch. Bis 18.00 ist Markt. Bis wieder alles im Auto verstaut ist, ist es 19.00 Uhr. Nach einer Stunde Heimreise ist zuhause noch das Auto auszuräumen und um 22.00 falle ich müde ins Bett.

Wieso haben Sie ihre Landwirtschaft auf Bio umgestellt?
Ein Hauptgrund war sicher die Erosion nach einem Gewitter. Aber es sind viele kleine Schritte, die mich auf die Idee brachten, Biobauer zu werden. Es war sicher auch der Wunsch unserer Kunden, von uns biologisch wertvolle Produkte zu kaufen.

Mit welchen Schwierigkeiten waren Sie dabei konfrontiert und welche Vorteile bietet Ihnen die Biolandwirtschaft?
Die grösste Hürde war sicher meine Ausbildung. Ich bin als Landwirtschaftlicher Facharbeiter noch nach allen Regeln der konventionellen Landwirtschaft geschult worden. Für viele Probleme hat man immer noch die Lehrmeinung im Hinterkopf, dieses oder jenes Mittel einzusetzen. In dieser Zeit habe ich viel von meinen Freunden gelernt, die nicht ausgebildet waren und einfach vieles versucht haben. Überhaupt sind es die vielen Versuche, mit der Natur zu arbeiten, die die Faszination ausmachen. Die Vorteile sind, hochwertige Lebensmittel für meine Familie und meine Kunden bereitzustellen.

Wie verläuft ein Arbeitstag am Hof und wie verändert sich dieser im Jahresverlauf?
Es gibt bei mir keinen Arbeitstag, der dem anderen gleicht. Die Tiere füttern und einstreuen sind Arbeiten, die täglich zu machen sind, und sonst ist immer was anderes zu erledigen. Montag wird meist gemahlen, Dienstag ist Nudelproduktion. Donnerstag ist Markttag. Je nach Witterung muss das Getreide geerntet werden und der Boden wird für die Nächste Kultur vorbereitet.

Wieso ist es sinnvoll, Bioprodukte zu kaufen?
Bioprodukte werden ohne synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel hergestellt. Es sind daher schon viel weniger Rückstände möglich. Weiters setzen wir auf gesunde und vitale Sorten und Rassen, die nicht krankheitsanfällig sind. Der Boden wird durch unsere Wirtschaftsweise in seiner Eigenart unterstützt und die Wasseraufnahme wird gesteigert. Ein gesunder Boden bringt gesunde Pflanzen, gesunde Tiere und damit gesunde Menschen.

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Vorglühen im Vorgarten …

Vorglühen im Vorgarten … eine vorweihnachtliche Einladung, um bei (alkoholfreiem) Punsch und Lebkuchen die NachbarInnen und den Wiener Bücherschmaus besser kennenzulernen.
Also: warm anziehen – gute Laune & Neugierde einstecken & eigenes Häferl mitbringen!

Wann: Donnerstag, 15. Dezember 2016, 18.30-21.00 Uhr
Wo: Buchhandlung des Wiener Bücherschmaus – Verein f. Leseförderung & Buchkultur. Garbergasse 13, Eingang Oskar-Werner-Pl., 1060 Wien

Eine Initiative von „imGraetzl.at“.

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Literatur am Montag – Alles glitzert, glänzet, leuchtet

NachbarInnen und FreundInnen des „Wiener Bücherschmaus“ lesen Winterlich-Weihnachtliches.

Winterzwerge Alice Wang und Barbara Haider begleiten die AutorInnen musikalisch mit Harfe und Gemshorn.

Wann: Montag, 12. Dezember 2016 – 19.00 Uhr
Wo: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Auf einen gemeinsamen erquicklichen Winterabend freut sich das Team vom „Wiener Bücherschmaus“.

Der Eintritt ist frei – Spenden für das Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ erbeten.

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Die Veranstaltung wird unterstützt von Logo BV

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