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Stefan Zweig

28. November 1881 – 23. Februar 1942

Sein Weltruhm war wohlverdient und es ist tragisch, daß die seelische Widerstandskraft dieses hochbegabten Menschen unter dem schweren Druck dieser Zeit zusammengebrochen ist. Was ich am meisten an ihm bewunderte, war die Gabe, historische Epochen und Gestalten psychologisch und künstlerisch lebendig zu machen.
Thomas Mann im Nachruf im „Aufbau“, New York, 27. Februar 1942

Stefan Zweig wuchs als Sohn eines Großindustriellen und einer Bankierstochter in Wien des Fin de Siècle auf.

Im Winter 1900 schreibt er voller Stolz an Karl Emil Franzos (1848 – 1904), dem Herausgeber der Halbmonatszeitschrift „Deutsche Dichtung“: „Ich habe jetzt einen Gedichtband zusammengestellt unter dem Titel ‚Silberne Saiten‘, der 50 Gedichte enthält, d. h. die genaueste Auslese.“ Als das Buch 1901 im Verlag Schuster & Löffler in Berlin veröffentlicht wird, ist er gerade einmal 19 Jahre. Zu seiner großen Freude vertont Max Reger (1873 – 1916) später zwei dieser Gedichte.

Mir wird der Herbst so nah. Ich fühle seinen Frieden:
Mein Herz wird reich und groß in weitem Einsamsein.
Denn Schwermut, die die dunklen Dörfer überweht,
Hat meiner Seele viel von ihrem Glück gegeben.
Nun tönt sie leiser, eine Glocke im Gebet,
Und glockenrein und abendmild scheint mir mein Leben,
Seit es des Herbstes ernstes Bruderwort versteht.
Nun will ich ruhen wie das müde dunkle Land…
Beglückter geht mein Träumerschritt in leise Stunden,
Und sanfter fühle ich der Sehnsucht heiße Hand.
Mir ist, als hätt` ich einen treuen Freund gefunden,
Der mir oft nah war und den ich nie gekannt.

1904 erscheint seine erste Novelle „Die Liebe der Erika Ewald“. In diesem Jahr schließt er auch sein Studium mit dem Doktor der Philosophie ab.

Stefan Zweig Durch seine vielen Reisen, so besucht er bereits 1910 Indien und 1912 Nord- und Mittelamerika, lernt er zahlreiche Literaten und Künstler kennen, mit denen er, teilweise freundschaftlich verbunden, eine umfangreiche und langjährige Korrespondenz führt.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs meldet sich Stefan Zweig freiwillig zum Militär und arbeitet im k. u. k. Kriegsarchiv. Die Realität des Krieges ist ihm, auch fern des millionenfachen Sterbens, rasch bewusst und lässt ihn zum engagierten Pazifisten werden. 1917 vom Militärdienst entlassen, reist er in die neutrale Schweiz nach Zürich. Von dort aus arbeitet er als Korrespondent für die „Neue Freie Presse“ und publiziert seine humanistische Weltsicht auch in der „Pester Lloyd“.

Die Aufgabe des Schriftstellers und Publizisten sieht er nicht darin, unmittelbar politisch Stellung zu beziehen. Seine zunehmende internationale Bekanntheit nutzt er allerdings konsequent, um für humanistische und pazifistische Werte einzutreten.

Stefan Zweig überträgt das Werk bedeutender Autoren, wie jenes des Franzosen Romain Rolland (1866 – 1944) oder des Belgiers Emile Verhaeren (1855 – 1916) ins Deutsche: „Dem eigenen Wunsch und dem Rate Richard Dehmels folgend, nützte ich meine Zeit, um aus fremden Sprachen zu übersetzen, was ich noch heute für die beste Möglichkeit für einen jungen Dichter halte, den Geist der eigenen Sprache tiefer und schöpferischer zu begreifen …“

1919 bezieht er das bereits im Ersten Weltkrieg erworbene Paschinger Schlössel am Salzburger Kapuzinerberg. 1920 heiratet er die Schriftstellerin Friederike von Winternitz (1882 – 1971). Während der gemeinsamen Jahre in Salzburg unterstützt sie, unter Einschränkung ihres eigenen literarischen Schaffens, die Arbeit ihres Mannes.

Salzburg ist für ihn ein „produktives Pflaster“. Er schreibt unter anderem Novellen, Erzählungen, Theaterstücke und Biografien.

Die Gefahr des Nationalsozialismus erkennt er nicht in ihrer vollen Tragweite, hofft vielmehr, es wird alles rasch vorübergehen.

So schreibt er im Jänner 1932 an den französischen Literaturnobelpreisträger und Pazifisten Romain Rolland (1866 – 1944): Er „fürchte die Hitler-Anhänger nicht, selbst wenn sie an die Macht kommen“, denn „nach zwei Monaten werden sie sich selbst zerfleischen.“

Am 10. Mai 1933 wird er demselben fassungslos mitteilen: „Nicht ein Protest eines deutschen Schriftstellers gegen das Autodafé von Werfel, von Wassermann, von Schnitzler, von mir! Keiner, keiner, keiner! Nicht mal in einem privaten Brief!! (…) Ich bin derselbe Mensch, derselbe Schriftsteller wie vor 14 Tagen, ich habe seitdem nicht eine Zeile publiziert.
Aber seit dem Moment, da ich auf der Liste dieser 18jährigen kleinen Hanswurste stehe, wagt niemand mehr, mir zu sagen: ‚Wie geht´s, lieber Freund.‘ Ach, sie haben schon um solche Kleinigkeiten Schiß: stellen Sie sich vor, wie es erst in wirklicher Gefahr oder im Kampfe sein wird.“

Sein Freund Joseph Roth (1894 – 1939) ist da um vieles hellsichtiger, dieser schreibt ihm im April 1933: „Unsere Bücher sind im Dritten Reich unmöglich. Nicht einmal inserieren wird man uns. Auch nicht im Buchhändler-Börsenblatt. Die Buchhändler werden uns ablehnen. Die SA-Sturmtruppen werden die Schaufenster einschlagen.“

Nachdem der Nationalsozialismus immer stärker nach Österreich ausstrahlt und es einige Tage nach dem Ende des Bürgerkriegs („Februar 34“) zu einer polizeilichen Durchsuchung in seinem Haus kommt, übersiedelt der Autor nach London.

Stefn Zweigs Frau bleibt vorerst in Salzburg. Nach ihrer Scheidung 1938 emigriert sie nach Frankreich und später in die USA. Dort arbeitet sie als Übersetzerin und schreibt unter anderem biografische Werke über ihn.

Er enthält sich weiterhin einer eindeutigen Parteinahme gegen den Nationalsozialismus. So betont er in seiner Rede am P.E.N.-Kongress 1937 in Paris – das Treffen ist vom Spanischen Bürgerkrieg und vom Mord an Garcia Lorca (1898 – 1936) durch die spanischen Faschisten überschattet – es müsse „die Unberührbarkeit der dichterischen Aufrichtigkeit unversehrt bestehen bleiben.“

Seine finanziellen Mittel und seine Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten setzt er immer wieder ein, um zu helfen. So unterstützt er Joseph Roth (1894 – 1939) und Ernst Weiß (1882 -1949) mit monatlichen Zahlungen. Eine argentinische Auszeichnung lehnt er dankend ab und bittet statt dessen um Visa für drei Flüchtlinge.

In England lebt er gemeinsam mit seiner Sekretärin Lotte Altmann (1908 – 1942), sie heiraten 1939. Ein Jahr später erhalten sie die britische Staatsbürgerschaft. Bald darauf verlassen sie Europa.

Bereits 1936, auf dem Weg zum Treffen des PEN-Clubs im argentinischen Buenos Aires, lernt Stefan Zweig Brasilien kennen und wird begeistert aufgenommen. Das Land wird für ihn zum Gegenbild des von Krieg und Rassismus zerstörten Europas. In einem Vortrag unter dem Titel „Dank an Brasilien“ vor der Brasilianischen Literaturakademie in Rio schließt er mit den Worten: „Und wenn ich mir vom Leben noch etwas Schönes wünschen darf zu dem unerschöpflich Schönen, das ich hier gesehen und empfangen habe, so wäre es dies: – wiederkehren zu dürfen in dieses wunderbare Land!“

Auf den Tag genau, vier Jahre nach seiner ersten Ankunft, betritt Stefan Zweig gemeinsam mit seiner Frau wieder brasilianischen Boden.

Getulio Vargas (1882 – 1954), er regierte von 1937 – 1945 mit diktatorischer Vollmacht, hat in der Zwischenzeit den Notstand ausgerufen, alle politischen Parteien verboten und den „Estado Novo“ („Neuer Staat“) proklamiert. Eine Reihe führender Männer des Regimes befürworten zu diesem Zeitpunkt freundschaftliche Beziehungen mit dem nationalsozialistischen Deutschland.

1941 dankt er Brasilien für die freundliche Aufnahme mit dem kulturpolitischen Essay „Brasil – Païs do futuro“ („Brasilien – Ein Land der Zukunft“). Das Buch wird von einem Teil der BrasilianerInnen, nicht zuletzt durch seine idealisierende Sichtweise, als Auftragswerk des autoritär herrschenden Regimes gesehen.

Zuletzt lebt Stefan Zweig gemeinsam mit seiner Frau in Petropolis, 70 Kilometer von Rio, hoch in den Bergen.
In seiner Autobiografie „Die Welt von Gestern“, die er nun vollendet, hält er Rückschau: „Jener Septembertag 1939 zieht den endgültigen Schlußtrich unter die Epoche, die uns Sechzigjährige geformt und erzogen hat. Aber wenn wir mit unserem Zeugnis auch nur einen Splitter Wahrheit aus ihrem zerfallenden Gefüge der nächsten Generation übermitteln, so haben wir nicht vergebens gewirkt.“

Am 22. Februar 1942 setzt das Ehepaar Zweig, durch die Einnahme von Veronal, seinem Leben ein Ende. Stefan Zweigs Abschiedsbrief, „Declaração“, schließt mit folgenden Zeilen:
„Ich grüße alle meine Freunde! Mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger, gehe ihnen voraus.“

Entgegen ihrem testamentarischen Wunsch werden die beiden im Rahmen eines Staatsbegräbnisses auf dem Friedhof von Petropolis zu Grabe getragen.

Im Mai 1942 beschließt die Wiener Universität, ihm den Doktortitel abzuerkennen.

Foto: Blog bajo licencia Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 License: Revista Atticus.

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Offene Bücherschränke / Verschenkbuchregale

Eine Initiative des „Wiener Bücherschmaus“ in Wien-Mariahilf

Der „Wiener Bücherschmaus“ hält täglich, gemeinsam mit seinen KooperationspartnerInnen, einige Hundert kostenlose Bücher für lesefreudige Menschen in Mariahilf bereit.

Offener Buecherschrank in Wien MariahilfZusätzlich macht das ebenfalls kostenlose Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ in Schulen und Kindergärten Gusto auf Literatur.

Darüber hinaus bietet der „Wiener Bücherschmaus“ in seiner Buchhandlung am Oskar-Werner-Platz, Ecke Millergasse / Garbergasse, 1060 Wien über 5000 Bücher (Romane, Lyrik, Krimis, SF, Fantasy, Viennensia, Kinder- und Jugendbücher) zu günstigen Preisen und ein vielfältiges (abendliches) Kultur- und Literaturprogramm.

Die kostenlosen Bücher befinden sich an vier Orten:

  • im Amtshaus Mariahilf
  • in der Farbenfachhandlung Görbicz
  • im Nachbarschaftszentrum Gumpendorf

Im Westend City Hostel (Fügergasse 3, 1060) können sich die Gäste ebenfalls mit kostenloser Literatur versorgen.

Offener Bücherschrank / Verschenkbuchregal im Amtshaus Mariahilf: Amerlingstraße 11, 1060 Wien
Die Bücher können während der Amtszeiten von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 15.30 Uhr sowie am Donnerstag von 7.30 bis 18 Uhr mitgenommen werden.

Offener Bücherschrank / Verschenkbuchregal in der Farbenfachhandlung Görbicz: Stumpergasse 54, 1060 Wien

Geschäftszeiten
Mo / Di / Do / Fr: 8:30-12:30, 14:30-18:00
Mi: 8:30-12:30
Sa: 8:30-12:00

Offener Bücherschrank / Verschenkbuchregal im Nachbarschaftszentrum 6 – Gumpendorf: Bürgerspitalgasse 4–6, 1060 Wien

Öffnungszeiten
Mo / Mi / Do: 08:30-12:00, 13:00-17:00
Di: 08:30-12:00, 13:00-16:00
Fr: 08:30-13:00

Bildquelle:
Creative Commons-Lizenz Namensnennung 4.0 International lizenziert. Das Foto kann bearbeitet und frei weiterverbreitet werden. Die Form der Namensnennung: „Wiener Bücherschmaus — Verein für Leseförderung und Buchkultur: http://buecherschmaus.wien”.

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Literatur am Montag – Die Rache des Rembetiko

Ein kriminalistischer Abend mit Günther Zäuner: Die Rache des Rembetiko

Wann: 27. Februar 2017 – 19:00 Uhr
Wo: Wiener Bücherschmaus: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – Spenden für das Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ erbeten.
WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR UM RESERVIERUNG: Kontakt

Der Journalist und Autor Günther Zäuner greift in seinen Kriminalromanen immer aktuelle Themen auf. Diesmal steht die Situation der Flüchtlinge in Griechenland im Fokus seines Buches. Eine gute Gelegenheit, den Autor persönlich kennenzulernen und ein signiertes Buch mit nach Hause zu nehmen!

Günther Zäuner und sein Krimi-Held, der Wiener Journalist Heinz Kokoschansky, führen Sie diesmal nach Griechenland: „Die Bilder der Flüchtlingskatastrophe lassen Kokoschansky nicht los. So reist er nach Idomeni, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Plötzlich taucht in Griechenland die ROR auf, die Revenge of Rembetiko: eine Organisation, die im Land Ausschreitungen und Krawalle organisiert. Kokoschansky geht den wenigen Spuren nach und stößt auf ein europaweit verzweigtes Netzwerk, dessen Fäden tief in die Politik hineinreichen. Als sein griechischer Freund Evangelistos spurlos verschwindet, weiß Kokoschansky, dass er den Hintermännern schon sehr nahe gekommen ist.“

Günther Zäuner wurde 1957 in Wien geboren. Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Zeitgeschichte; musikalische Ausbildung. Freier Schriftsteller, Dokumentarfilmer, Journalist; Autor der erfolgreichen „Kokoschansky“-Thriller; mehrere Sachbücher; spezialisiert auf organisierte Kriminalität, Geheimdienste, Drogen, Sektenunwesen, Rechtextremismus, Terrorismus und Politik; schreibt Drehbücher und Theaterstücke; Verfasser zahlreicher Kurzkrimis in Anthologien; Gestalter zahlreicher TV-Beiträge und Dokumentationen.

Mitglied im PEN-Club Österreich, Österreichischer Schriftstellerverband, Syndikat (Autorenvereinigung für deutsprachige Kriminalliteratur), IG Autoren, AIEP.

Günther Zäuner, Die Rache des Rembetiko
300 Seiten, Euro 12,90
Federfrei Verlag
ISBN: 978-3903092501

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

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Der Krieg mit den Molchen

Zeitloser Schrecken durchkomponiert

Die Küste von Port Arthur in Texas bis Mobile (Alabama) wird von einer Sturzwelle überschwemmt. Infolge eines Erdbebens verlässt der Jangtse sein Flussbett und wältzt seine Wassermassen in Richtung Hangtschou. „Die Verluste an Menschenleben lassen sich vorläufig nicht einmal annähernd abschätzen.“ Klingt nach aktueller Klima-Wandel-Folge? Erinnert an einen Katastrophenfilm à la „The Day After Tomorrow“?

Die oben erwähnten Szenen sind die Folgen eines speziellen Krieges in Karel Čapeks Science Fiction Roman „Der Krieg mit den Molchen“, der bereits 1936 ausgefochten wurde. Der satirische Blick des tschechichen Autors auf menschliche Dummheit, Habgier, Nationalismus und Herrenmenschentum lässt keinen Zweifel an dessen realistischen Blick auf das sich anbahnende politische Unheil. Karel Čapek verfasste in seinem relativ kurzen Leben (1890-1938) eine Vielzahl an literarischen Arbeiten (Prosawerke, Theaterstücke, Reisberichte …). Einige davon werden der SF-Literatur zugeordnet wie z. B. das Drama„R.U.R“ oder „Der Krieg mit den Molchen“ (dieser wurde in die „UNESCO“-Sammlung von 1060 repräsentativen literarischen Werken aufgenommen). In drei Büchern wird darin der fatale Verlauf der Verbindung zwischen den Menschen und den Molchen geschildert.
Van Toch (eigentlich Vantoch, geboren in Jevičko), Kapitän eines holländischen Schiffes, und seine Besatzung stoßen vor Sumatra auf eine unentdeckte Molchart.
Die Tiere sind gelehrig und arbeitsam, schnell werden sie „zum globalen Wirtschaftsfaktor: hochintelligente Arbeitssklaven, die an den Börsen in Kategorien wie ‚leader‘ oder ‚trash‘ gehandelt werden und der Menschheit eine Ära nie gekannten Fortschritts bescheren“.
Im zweiten Buch schreiten die Molche entsprechend seines Titels „Stufe um Stufe zur Zivilisation“. Die Diskussion um das Molchschulwesen und welche Sprache sie lernen sollen ist hier nur eine brisante Frage neben jener, die sich der Gleichberechtigung der Salamander oder dem Salamanderkult widmet. Doch der Konflikt zwischen den beiden Spezien geht unaufhaltsam auf sein katastrophales Höhepunkt zu.
Im dritten Buch kommt es zum Krieg mit den Molchen, die sich, hochgerüstet und finanziell unterstützt von diversen menschlichen Investoren und Machthabern, gegen ihre Ausbeuter zur Wehr setzen und unaufhaltsam Gebiete für sich einnehmen: Sie graben den Menschen das Land ab, um u.a. Seichtgewässer, Habitate für die Molche, zu gewinnen. Im letzten Kapitel wird die Idee entwickelt, ob nicht ein Molche-gegen-Molche-Krieg das Unheil von den Menschen abwenden könnte …

Das erste Buch trägt den Namen Andrias Scheuchzeri und Čapek spielt damit auf die ausgestorbene Riesensalamanderart an, dessen fiktive Nachfahren die Protagonisten in Karel Čapeks Roman sind. Dass einer der Akteure den Namen Andrew Scheuchzer trägt, ist nur einer der vielen Anspielungen u.a. zur Wissenschaft, mit denen der Autor meisterlich jongliert. Neben diesen inhaltlichen Merkmalen sind es die unterschiedlichen Textsorten, die das „Schreibratgeber“-Prinzip „Zeigen, nicht erzählen“ (humorvoll) auf die Spitze treiben und originelle Erzählperspektiven erlauben. So wird die Einladung des Centre universitaire de Nice von Dr. Charles Mercier, eines hochgelehrter Molchs aus dem Hafen von Toulon, in Form eines Feuilletons (inhaltlich und gestalterisch) präsentiert.

Hans Tichas zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Illustrationen „sind mehr als nur schmückendes Beiwerk“ wie Alfred Ohswald in seiner Rezension 2004 festhält. Der Maler, Graphiker und Buchillustrator setzt Čapeks Text (im Pressetext heißt es treffend „parodistische Materialsammlung quer durch alle Textsorten“) grafisch mannigfaltig um. Die unterschiedlichen Stilrichtungen umfassen eine große Bandbreite, die verschiedenen Typographien gestaltete er gemeinsam mit Peter Birmele: Zeitungsausschnitte, Telegramme, mit einer Schreibmaschine verfasste Protokollaufzeichnungen, Fußnoten, wissenschaftlich anmutende Zeichnungen, Bilder, auf denen Lochstreifen, Fotos und Vermessungsparameter zu einer Collage zusammengefügt werden, Grafiken in Pop-Art. Wenn ein Steuerexekutor an einem Laternenpfahl aufgehängt wird, so findet sich im Roman-Text die Tafel, die der Gelynchte um den Hals trägt, mit den hingepinselten Worten „Fort mit den Molchen“.

Ein textlich und graphisch perfekt durchkomponiertes Werk, dessen Inhalt erschreckend zeitlos ist.

Petra Öllinger

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen
Hans Ticha: Illustrationen, Typographie (gemeinsam mit Peter Birmele)
Originaltitel „Válka s mloky“
Aus dem Tschechischen von Eliška Glaserová
Gebunden, mit Illustrationen in Schwarz-Weiß und Farbe, mit Lesebändchen
Edition Büchergilde, Frankfurt 2016
Die 1987 im Aufbau Verlag und 1989 in der Büchergilde erschienene und von Hans Ticha gestaltete Ausgabe erscheint seit Herbst 2016 als Reprint in der Edition Büchergilde.
328 Seiten, € 25,70 (Ö)

Über Karel Čapek
Werkstattgespräch mit Hans Ticha
Einblick in das Schaffen von Hans Ticha

© Cover: Edition Büchergilde / Illustrator

Als Beitragsbild fungiert ein Selbstbildnis von Karel Čapek: Self-made cartoon of Karel Čapek (1890 – 1938), Czech writer. Source Rozpravy Aventina, year 1925-26, issue 1, digitized by Czech Academy of Sciences. Author Karel Čapek (1890 – 1938)

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Newsletter Februar 2017

Auch im Februar erwarten Sie bei uns viele neu eingetroffene Bücher sowie zwei literarische Veranstaltungen.

Wenn gegen Mitte des Monats in unserer Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ das Schicksal zweier Frauen, von der Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart in „Eine ungeplante Reise nach Wien“ lebendig wird, beschließen wir den Februar mit einer ordentlichen Portion „Kriminellem“ von Günter Zäuner.

  • Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien: Mo., 13. Februar 2017 – 19:00 Uhr
  • GüntherZäuner, Die Rache des Rembetiko: Mo., 27. Februar 2017 – 19:00 Uhr
  • Vorschau März: Chris Moser, Viva la Rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand: Mo., 13 März 2017 – 19:00 Uhr

Alle Veranstaltungen finden, so nicht anders angegeben, in der Buchhandlung des Wiener Bücherschmaus, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien um 19:00 Uhr statt.

DER EINTRITT IST FREI – SPENDEN FÜR DIE LESEFÖRDERPROJEKTE DES WIENER BÜCHERSCHMAUS ERBETEN.

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR GENERELL UM RESERVIERUNG.

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird von der Bezirksvorstehung Mariahilf unterstützt. Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

13. FEBRUAR 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – EINE UNGEPLANTE REISE NACH WIEN

Cover Eine ungeplante Reise nach Wien Ingrid Walter studierte Kunstgeschichte und Amerikanistik. Neben intensiver Beschäftigung mit dem Leben deutschsprachiger Schriftstellerinnen im amerikanischen Exil: „Dem verlorenen nachspüren“, ist sie selbst literarisch tätig.

Zur Vorstellung von „Eine ungeplante Reise nach Wien“ kommt sie direkt aus Frankfurt in den Wiener Bücherschmaus.

Der Roman bietet den in Wien beheimateten LeserInnen die Möglichkeit, ihre Stadt aus dem Blickwinkel einer Fremden kennenzulernen. Zusätzlich führen wir an diesem Abend Frankfurt und Wien mit Bethmännchen und Sachertorte auch kulinarisch zusammen.

„Eine ungeplante Reise nach Wien“ wurde im Herbst 2016 im Größenwahn Verlag veröffentlicht: „Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen die Enkelin nach Wien, wo die Großmutter während der Nazizeit eine gefeierte Operettensängerin war. Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt: Cafés, Hotelkulissen, Opernhäuser und das Wiener Flair versetzen Judith in vergangene Epochen zurück.“

„Ingrid Walter inszeniert ein farbenprächtiges Wiener Dekor und bettet darin die Geschichten zweier strahlender Frauen: Auf der einen Seite die der gefeierten Operettensängerin in der Nazizeit, verlobt mit einem jüdischen Tenor, und auf der anderen, Jahre später, die der Enkelin, die nicht nur ein Stück verschütteter Familiengeschichte entdeckt, sondern auch sich selbst.“

Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien
250 Seiten, Euro 22,60
Größenwahn Verlag
ISBN: 978-3-95771-110-6

27. FEBRUAR 2017 – 19:00 UHR: LITERATUR AM MONTAG – DIE RACHE DES REMBETIKO

Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Günther Zäuner Die Rache des Rembetiko Der Journalist und Autor Günther Zäuner greift in seinen Kriminalromanen immer aktuelle Themen auf. Diesmal steht die Situation der Flüchtlinge in Griechenland im Fokus seines Buches. Eine gute Gelegenheit, den Autor persönlich kennenzulernen und ein signiertes Buch mit nach Hause zu nehmen!

Günther Zäuner und sein Krimi-Held, der Wiener Journalist Heinz Kokoschansky, führen Sie diesmal nach Griechenland: „Die Bilder der Flüchtlingskatastrophe lassen Kokoschansky nicht los. So reist er nach Idomeni, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Plötzlich taucht in Griechenland die ROR auf, die Revenge of Rembetiko: eine Organisation, die im Land Ausschreitungen und Krawalle organisiert. Kokoschansky geht den wenigen Spuren nach und stößt auf ein europaweit verzweigtes Netzwerk, dessen Fäden tief in die Politik hineinreichen. Als sein griechischer Freund Evangelistos spurlos verschwindet, weiß Kokoschansky, dass er den Hintermännern schon sehr nahe gekommen ist.“

Günther Zäuner wurde 1957 in Wien geboren. Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Zeitgeschichte; musikalische Ausbildung. Freier Schriftsteller, Dokumentarfilmer, Journalist; Autor der erfolgreichen „Kokoschansky“-Thriller; mehrere Sachbücher; spezialisiert auf organisierte Kriminalität, Geheimdienste, Drogen, Sektenunwesen, Rechtextremismus, Terrorismus und Politik; schreibt Drehbücher und Theaterstücke; Verfasser zahlreicher Kurzkrimis in Anthologien; Gestalter zahlreicher TV-Beiträge und Dokumentationen.

Mitglied im PEN-Club Österreich, Österreichischer Schriftstellerverband, Syndikat (Autorenvereinigung für deutsprachige Kriminalliteratur), IG Autoren, AIEP.

Günther Zäuner, Die Rache des Rembetiko
300 Seiten, Euro 12,90
Federfrei Verlag
ISBN: 978-3903092501

VORSCHAU MÄRZ

Chris Moser, bekannt wurde er durch seine Rolle im Tierschutzprozess, liest am Mo., 13 März um 19:00 Uhr aus seinem im Kyrene.Literaturverlag erschienenen Buch „Viva la Rebellion“ im Wiener Bücherschmaus.

Ein Beitrag vom Dezember 2016 über Chris Moser im Standard.

Chris Moser, Viva la Rebellion. Ein Aufruf zum Widerstand
ca. 120 S., Euro 12,50
Kyrene Verlag
978-3-902873-58-3

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Literatur am Montag – Eine ungeplante Reise nach Wien

Ein literarischer Abend mit Ingrid Walter

Wann: 13. Februar 2017 – 19:00 Uhr
Wo: Wiener Bücherschmaus: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Der Eintritt ist frei – Spenden für das Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ erbeten.
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Die Veranstaltungsreihe „Literatur am Montag“ wird unterstützt von Logo Bezirksvorstehung Mariahilf

Ingrid Walter studierte Kunstgeschichte und Amerikanistik. Neben der Beschäftigung mit dem Leben deutschsprachiger Schriftstellerinnen im amerikanischen Exil: „Dem verlorenen nachspüren“, ist sie als PR-Fachfrau, Journalistin und Autorin tätig.

Cover Eine ungeplante Reise nach Wien Zur Vorstellung von „Eine ungeplante Reise nach Wien“ kommt sie direkt aus Frankfurt in den Wiener Bücherschmaus.

Der Roman bietet den in Wien beheimateten LeserInnen die Möglichkeit, ihre Stadt aus dem Blickwinkel einer Fremden kennenzulernen. Zusätzlich führen wir an diesem Abend Frankfurt und Wien mit Bethmännchen und Sachertorte auch kulinarisch zusammen.

„Eine ungeplante Reise nach Wien“ wurde im Herbst 2016 im Größenwahn Verlag veröffentlicht: „Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen die Enkelin nach Wien, wo die Großmutter während der Nazizeit eine gefeierte Operettensängerin war. Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt: Cafés, Hotelkulissen, Opernhäuser und das Wiener Flair versetzen Judith in vergangene Epochen zurück.“

„Ingrid Walter inszeniert ein farbenprächtiges Wiener Dekor und bettet darin die Geschichten zweier strahlender Frauen: Auf der einen Seite die der gefeierten Operettensängerin in der Nazizeit, verlobt mit einem jüdischen Tenor, und auf der anderen, Jahre später, die der Enkelin, die nicht nur ein Stück verschütteter Familiengeschichte entdeckt, sondern auch sich selbst.“

Ingrid Walter, Eine ungeplante Reise nach Wien
250 Seiten, Euro 22,60
Größenwahn Verlag
ISBN: 978-3-95771-110-6

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Radio Mariahilf

Mikro(fon)dramen – Satire live

Vorsicht! Radio aktiv!

Mikrofondramen Radiosendungen sind üblicherweise informativ, unterhaltsam und von anregender Seriosität begleitet. Doch ab nun ist alles anders! Denn Moderatoren sind auch nur Menschen samt ihrer kleinen und größeren Schwächen und vor allem mit verhaltensoriginellen Gästen.

Radio Mariahilf präsentiert Mikro(fon)dramen, erlesene satirische Dialoge und Texte, erschrieben und auf die Bühne gebracht von Regina Adler und Andre Blau. Sketches, Kabaretttistisches, Musikalisches und Skurriles zum Tag.

Radio Mariahilf ist erlesene Unterhaltung, dementsprechend der Ort des Geschehens:

Wiener Bücherschmaus: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
Montag, 30. Jänner 2017 – 19.00 Uhr

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR UM RESERVIERUNG: Kontakt

Inhaltliches
Das Radioleben könnte so schön sein, wären da nicht diese entsetzlichen Interviewpartner, die unsere Chefmoderatorin Clara Wollebner an den Rand ihres Verstandes und weit darüber hinaus treiben.
Als Gäste im Studio u.a.: Herr Seedlack, Glücksbringer; Revierinspektor Gantz, Exekutivbeamter; Mag. Pökelmann, Humorforscher; Thomas Ranflasits, Europameister; und viele andere …
Genießen Sie die radiotische Fiktion auf der Bühne, ehe die mediale Realität die Fantasie übertrifft. Wir garantieren für abwechslungsreiche Sendungen, die für den Hörfunk alleine eigentlich viel zu schade sind.

Das Buch zum Stück: Andre Blau: „Das alte Meer und das linkshändige Schwein über dem Dach meines Heimathauses“ – Mikro(fon)dramen (M.A.D.-Verlag, 2014, ISBN: 978-3-9503146-4-9)

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Als die Esel Tango tanzten …

Anregung zum Fabulieren

Wer denkt bei „Seinen Senf dazugeben“ an Rehe mit Flügeln? Wem kommt bei „Bekannt sein wie ein bunter Hund“ ein Pferd mit rosa Hut in den Sinn? Und wie sieht es aus bei „Auf heißen Kohlen sitzen“? Na? Vielleicht ein blaues Telefon?

Lustvoll und bunt macht die Illustratorin und Buchkünstlerin Stefanie Harjes den Anforderungen des Mainstream-Bilderbuchmarktes (lineare Erzählstruktur, „schöne“ Bilder, kindgemäß, „Ist das eh pädagogisch wertvoll?“ …) einen Strich durch die Rechnung.

Auf je einer Doppelseite widmet sie sich – ohne Text! – einer Redewendung und ihrem Gegenteil: Wer seinen Senf nicht dazugibt, hält hinter dem Busch; zum bunten Hund gesellt sich das Mauerblümchen; statt auf Kohlen zu sitzen, fühlt man sich pudelwohl. Und die titelgebenden Esel tanzen entweder nach jemandes Pfeife oder sind stur wie ein – Esel.

Bei jedem der zwölf Sprichwörter öffnet Stefanie Harjes ein Potpourri an Assoziationen, das schon beim Inhaltsverzeichnis beginnt: Statt Seitenzahlen finden sich Ausschnitte aus den jeweiligen Bildern. Der Reiz der Illustrationen liegt einerseits in der Vielfalt an Techniken: Blei-, Farb- und Filzstift, Kugelschreiber, Öl- und Acrylfarben u.v.m. Andererseits löst die Gestaltung der Seiten beim Betrachten einen Ideensturm aus: Bildausschnitte, verschiedene Papiersorten, Fingerabdrücke, Stoffteile fügen sich collagenartig zusammen. Eindeutige Erklärungen gibt es nicht; dafür Freiraum und Leerstellen fürs eigene (Weiter-)Fabulieren.

Petra Öllinger

Stefanie Harjes (Text & Illustration): Als die Esel Tango tanzten …
Mit einem Nachwort der Kinderphilosophin Kristina Calvert.
Mixtvision, München 2016
Gebunden, mit Leinenrücken, durchgängig farbig illustriert
32 Seiten, € 15,40.- (Ö). Ab 3 J.
Über Stefanie Harjes

© Cover: Mixtvision Verlag / Illustratorin

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Olli und der Weihnachtsmann

Am vergangenen Montag (12.12.2016) gab es von NachbarInnen und FreundInnen des „Wiener Bücherschmaus“ Winterlich-Weihnachtliches zu hören – ein herzliches Dankeschön an alle Lesenden – René Merten, Irmi Schentz, Susanna Muhr, Martin Knoflach und Michael Karjalainen-Dräger – sowie an Alice Wang (Harfe und Flöte) und Barbara Haider (Flöte).
Das Publikum machte sich u.a. auch gemeinsam mit Michael Karjalainen-Drägers Helden Olli auf die Suche nach dem SUPERhelden: dem Weihnachtsmann.

Wir freuen uns, dass es die Geschichte um Olli und seine Familie nun auch als e-Book – mit Illustrationen von Irmi Studer-Algader – und als Hörbuch gibt. Bestellmöglichkeiten von „Olli und der Weihnachtsmann“ sowie weitere Texte von Michael Karjalainen-Dräger finden Sie hier.

Inhalt:
„An einem heißen Sommertag brechen Olli, sein Bruder Mikko und ihre Mutter überhastet aus Wien auf. Ollis Vater ist vor über einem Jahr aus ihrem Leben verschwunden und die Jungs haben seither nichts mehr von ihm gehört. Deswegen ist seine Mama immer traurig und sein Bruder immer wütend. Olli möchte daher am liebsten Superman sein, um den beiden mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können. Ihre Ferienreise geht nach Finnland, der Heimat seiner Mutter. Dort ist es auch schon im Sommer herbstlich kalt. Bald stellt sich heraus, dass Ollis Mama mit ihnen gar nicht mehr nach Österreich zurückkehren will. Wie gut, dass Olli auf einem Plakat am Flughafen einen Superhelden namens Weihnachts-mann entdeckt hat, den er unbedingt kennen lernen will! Noch dazu lebt Olli ja mit seiner Familie nun in Roavaniemi, ganz in der Nähe des Weihnachtsmanndorfes am Polarkreis. Er schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann, in dem er sich wünscht, dass seine Mutter weniger traurig und sein Bruder weniger wütend ist. Außerdem soll er ihm seinen Papa wieder zurückbringen. Dafür möchte er auch auf alle weiteren Weihnachtsgeschenke verzichten. Als er keine Antwort bekommt, nimmt er eines Tages allen Mut zusammen, klaut seiner Mutter das Kleingeld für die Busfahrt und macht sich alleine auf den Weg zum Weihnachtsmanndorf. Dort angekommen steht der Weihnachtsmann auf einmal vor ihm – und diese Begegnung verändert sein ganzes Leben. Das erste aber, was der Weihnachtsmann an diesem Abend macht, ist, dass er Olli schleunigst nach Hause bringt. Dann verspricht er, sich um Ollis Wünsche zu kümmern. Noch ehe Weihnachten ist, steht Ollis Papa plötzlich vor der Tür. Er hat eine neue Frau an seiner Seite, was vor allem Mikko total wütend macht. Auch Ollis Mama, die seit sie den Weihnachtsmann persönlich kennengelernt hat, wiederum fröhlicher geworden ist, weint plötzlich wieder. Da kann nur einer helfen: Ollis neuer Superheld, der Weihnachtsmann! Wie gut, dass er zu ihm schon einen heißen Draht hat und Weihnachten bald vor der Tür steht!“

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